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Zuletzt aktualisiert: 21.05.2012 um 20:13 UhrKommentare

Entführungsopfer will Lohn bezahlt haben

Der Villacher Bauunternehmer gab an, durch Arbeiter einer Subfirma entführt worden zu sein. Außerdem hätte er die ausstehenden Löhne bereits bezahlt. Das fehlende Geld war das Motiv für die Entführung.

Foto © Koscher

Der 32-jährige Villacher Bauunternehmer, der am Freitag von vier Arbeitern in Villach entführt und am Samstag in Slowenien befreit worden war, ist mittlerweile in Kärnten einvernommen worden. Dass er wegen einer Lohnnachforderung in Höhe von 30.000 Euro entführt worden ist, wies der Unternehmer zurück. Er habe bereits bezahlt, sagte der Mann. Er habe sich durch die Entführung am Freitag zwar eingeschüchtert, aber nicht bedroht gefühlt, sagte er weiters. Es seien keine Waffen im Spiel gewesen.

Am Samstag wurde der nach Slowenien verschleppte Mann von der Exekutive befreit. Das Opfer sagte nun, die Bosnier seien nie seine Angestellten gewesen. Sie seien für ein Subunternehmen tätig gewesen, das in seinem Auftrag Rigipswände in Wien gebaut habe. Dem Bautruppführer - auch er sei unter den Entführern gewesen - habe er bereits 40.000 Euro in bar übergeben. Bevor die mutmaßlichen Täter einvernommen werden können, müssen sie nach Österreich ausgeliefert werden. "Ob und wann eine Übergabe der Verdächtigen an die österreichische Justiz stattfindet, obliegt den slowenischen Behörden", sagte Helmut Jamnig, Sprecher der Klagenfurter Staatsanwaltschaft. Weil die Tathandlungen zum Teil in Slowenien gesetzt wurden, könnte Slowenien zuerst eigene Strafverfolgungsansprüche an den vier mutmaßlichen Entführern befriedigen wollen.

Anlässlich der Entführung warnt der Bundesinnungsmeister des Baugewerbes, Hans-Werner Frömmel, vor dubiosen Schwindelfirmen. Er weist darauf hin, dass die Bundesinnung Bau in den letzten Jahren umfangreiche Maßnahmen getroffen habe, um unseriöse Firmenpraktiken am Bau zu bekämpfen. "Die Geschädigten seien nicht nur die Arbeitnehmer durch Lohn- und Sozialdumping, sondern auch die Konsumenten, der Staat und die seriös anbietenden Unternehmen", heißt es.


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