Draustadt geht nicht nach Takt
1,1 Millionen Gäste im Jahr, doch Villachs Busse fahren noch immer nicht nach Takt. Es fehlt an Geld!

Foto © KanatschnigSanela Kecanovic fährt Bus: Gäbe es einen Taktfahrplan, würden ihrem Beispiel wohl noch mehr Leute folgen
Wir haben eine Basisversorgung und machen das Notwendigste", sagt Gilbert Oberrauner, Betriebsleiter und Prokurist beim Busunternehmer Kowatsch. Sie decken mit ihren zwölf Linien den größten Teil des öffentlichen Verkehrs in Villach ab. An einen Taktfahrplan - wie in der Landeshauptstadt Klagenfurt - ist aber nicht zu denken.
"Dafür bräuchten wir doppelt so viele Busse und doppelt so viel Geld", sagt Oberrauner. Derzeit speist die Stadt Villach 590.000 Euro in den Verkehrsverbund ein, damit werden die Firma Kowatsch, aber auch Postbus, Ebner und Wiegele finanziert. Ohne öffentliche Hand gäbe es keinen Busverkehr in Villach. Derzeit fährt Kowatsch auf allen Linien im Schnitt alle 40 bis 45 Minuten.
Zwar hat man 1,1 Millionen Gäste im Jahr, doch 70 Prozent davon sind Schüler. Ohne die Schüler - die auch immer weniger werden - wären die Busse fast leer. "Ideal wäre es, wenn alle 25 bis 30 Minuten ein Bus käme", sagt Oberrauner. Ein 15-Minuten-Takt ist völlig unrealistisch.
Stadtrat Peter Weidinger gibt sich als Fürsprecher für den öffentlichen Verkehr, 1,2 Millionen wird sich die Stadt aber wohl nicht leisten wollen. Der Stadt würde es aber guttun: "Busfahren ist ein ökologischer Faktor. Auf 100 Kilometer verbraucht eine Person 0,7 Liter Sprit", sagt Oberrauner.
500.000 Liter Sprit
Aber warum sind die Busse so schlecht frequentiert? "Das muss man den Menschen bei uns erst lernen. Es muss endlich ein Umdenken passieren und man muss zu sich ehrlich sein, was ein Auto wirklich kostet", sagt Oberrauner. Denn nicht nur Benzin oder Diesel sind teuer, man spart sich auch Kosten für Versicherung, Anschaffung und Nerven. Die steigenden Spritpreise haben zwar der Firma Kowatsch ein paar Gäste mehr gebracht, aber auch Busunternehmer tanken dadurch teurer. Insgesamt verbraucht seine Wagenflotte 500.000 Liter Sprit im Jahr.
"Man muss für den öffentlichen Verkehr Farbe bekennen", posaunt Stadtrat Weidinger hinaus. Ob der ÖVP-Mann und die anderen Parteien aber den öffentlichen Verkehr unterstützen werden, wird sich zeigen. Denn öffentlicher Verkehr wird nur angenommen, wenn der Takt zunimmt. "Umso mehr Leute fahren, umso besser werden die Verbindungen", sagt Oberrauner.











