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Zuletzt aktualisiert: 19.04.2012 um 10:11 UhrKommentare

Frist für Gnadenhof abgelaufen

Wolfgang Lausegger war mit seinen Ziegen Gisi und Tschoko auf Abschiedsbesuch in der Innenstadt.

Gestern berabschiedete sich Lausegger samt Ziegen

Foto © ZoreGestern berabschiedete sich Lausegger samt Ziegen

Die Geduld der Behörden scheint aufgebraucht. Am 26. April sollen Tiertransporter die Ziegen und Schweine vom Unterwollaniger Gnadenhof des pensionierten Mediziners Wolfgang Lausegger abholen und für die nächsten sechs Monate sicher verwahren. "Lausegger hat uns mehrfach versichert, dass er das massive Tierproblem bis zum Jahreswechsel in den Griff bekommt", erklärt Magistratsjurist Alfred Winkler. "Nichts passierte. Dann haben wir die Frist bis Ostern verlängert und jetzt gibt es nach wie vor Beschwerden der Nachbarn." Winkler teilte Lausegger den Abholtermin mit. "Möglich, dass Zäune aufgeschnitten und Gatter offen gelassen werden. Wir erachten jedoch 300-Kilogramm-Eber, die sich auf Straßen und im Gelände frei herumtreiben, als Gefahr."

Notarzt vor Ort

Um auf Lauseggers Gesundheitszustand Rücksicht zu nehmen, werden Notarzt und Rettungsteam mit dabei sein, wenn die Tiere verladen werden. Lausegger hat wenig Verständnis für die Vorgangsweise des Magistrates und fühlt sich verfolgt: "Ich hole die Gerichtsbriefe mit den Anzeigen nicht mehr von der Post ab, dafür wird meine Pension exekutiert." Der Unfallchirurg will sich die Abnahme der Tiere nicht gefallen lassen. "Zehn Ziegen kann ich in Afritz in einem Streichelzoo unterbringen, da sind sie willkommen. Die Schweine haben wir kastriert." Außerdem müssten sich die Treiber in Acht nehmen: "Sollte einer ein Ferkel mitnehmen, werden ihn die Säue sicher attackieren." Auf 70 Stück hat er den Tierbestand reduziert. Gestern kam Lausegger samt Lieblingsziegen Gisi und Tschoko in die Innenstadt, um sich zu verabschieden. Nach einem Besuch im Rathauscafé gab es Karotten für die meckernden Altstadtgäste im Schaniarten der Konditorei Rainer. "Ich werde mich gegen die Abnahme wehren. Wenn ich meine Tiere untergebracht habe, wandere ich nach Grado aus."

ELENA MOSER

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