"Menschen stets im Mittelpunkt"
Die beiden neuen Villacher Stadtsenatsmitglieder standen der Kleinen Zeitung Rede und Antwort.

Foto © ZoreHochstetter-Lackner, Redakteurin Moser, Albel
G ratulation an Sie beide, Ihre Partei, die SPÖ, hat Sie mit einem überzeugenden Votum ausgestattet. Welche Vorbereitungen treffen Sie für Ihre neuen Jobs?
GÜNTHER ALBEL: Die breite Zustimmung ist ein großer Vertrauensvorschuss und Verpflichtung. Ich bin froh, dass sich Richard Pfeiler bereit erklärt hat, mir bei der Einarbeitung noch zur Seite zu stehen. Ich hatte ja eine Liste von Paaren, die von mir getraut werden wollten. Das geht nicht, weil ich ab sofort für die Politik karenziert bin. Die künftigen Eheleute haben Verständnis, dass ihnen jetzt ein Kollege das Eheversprechen abnehmen wird.
IRENE HOCHSTETTER-LACKNER: In meinem Job ist es nicht so einfach, alles sofort niederzulegen. Es werden aber die nötigen Veränderungen eingeleitet, es wird eine klare Lösung geben.
Ihre Vorgängerin Hilde Schaumberger hat ja - von den Ereignissen enttäuscht - angekündigt, für keine Übergangsfrist zur Verfügung zu stehen. Wird der Einstieg in das sehr umfangreiche Referat besonders schwierig?
HOCHSTETTER-LACKNER: Ich schätze Hilde Schaumberger sehr, sie ist eine engagierte Kämpferin. Für unsere persönliche Beziehung wird sich nichts ändern. Ich bin es außerdem gewöhnt, mir Materie selbst zu erarbeiten. Das ist nicht immer einfach, aber wenn man sich selbst hineinkniet, hat das noch nie geschadet. Ich bin in einer ÖBB-Werkstätte mit Männern sozialisiert worden, da lernt man vieles.
Sie übernehmen beide umfangreiche Referate. Haben Sie bereits klare Vorstellungen von den Aufgabenstellungen?
ALBEL: Meine Bereiche werden Bau, Planung, Kultur und Jugend sein. Ich kann auf ein hervorragendes Team zurückgreifen, sowohl in der Partei als auch bei den Rathausmitarbeitern. Nicht nur in meiner Funktion als Standesbeamter standen bisher die Menschen stets im Mittelpunkt. Das ist immer das Wichtigste für mich: Menschen zu helfen.
HOCHSTETTER-LACKNER: Ich bin seit 15 Jahren im Gemeinderat, Günther seit neun. Wir arbeiten beide in Ausschüssen. Ich werde neben den städtischen Betrieben auch für Schulen und Kindergärten zuständig sein, damit indirekt mit Familien und Frauen zu tun haben. Das deckt sich mit meinem privaten Umfeld und passt gut.
Haben Sie Visionen, die Sie für Villach unbedingt immer schon umsetzen wollten? Was ist unbedingt zu tun?
HOCHSTETTER-LACKNER: Es ist ja nicht so, dass wir bisher nicht mitgestalten konnten. In Villach ist in den vergangenen 20 Jahren sehr viel weitergegangen, es ist sehr gute Arbeit für die Entwicklung der Stadt geleistet worden. Meine Arbeitsweise ist es nicht, Luftschlösser zu versprechen, sondern Themen umzusetzen, die Hand und Fuß haben.
Wie haben Ihre Familien reagiert, als Sie mit dem Aufstiegsangebot konfrontiert wurden? HOCHSTETTER-LACKNER: Mein Mann und ich haben einen straffen Terminplan und die Betreuung unserer Tochter Victoria sehr gut organisiert, bei aller nötigen Flexibilität. Wir haben die Großeltern nur selten in Villach, aber ein dichtes soziales Netz. Mir wurde breite Unterstützung signalisiert! Wenn man das nicht geklärt hat, kann man sich nicht 100-prozentig in der Arbeit einbringen.
ALBEL: Meine Familie steht hinter mir, hat mich zur Zusage motiviert, weil sie weiß, dass ich mir eine derartige Herausforderung immer schon gewünscht habe. Wir wollen fixe Familienzeiten einplanen, die es unbedingt einzuhalten gilt. Das habe ich meiner Tochter Hannah und meinem Sohn Maximilian versprochen.
Wie beurteilen Sie das Klima im Villacher Gemeinderat?
ALBEL: Grundsätzlich komme ich mit allen Parteien gut aus. Peter Weidinger (ÖVP) kenne ich, seit wir beide die Jugendorganisationen unserer Parteien geleitet haben. Wir haben uns unterschiedlich entwickelt. Er kümmert sich gern um die kleinen Sorgen der Menschen, ich kümmere mich um alle Anliegen.
HOCHSTETTER-LACKNER: Ein korrektes Miteinander ist mit allen Parteien möglich. Nur die ÖVP wirkt auf mich halt oft wie ein zerstrittener Haufen, so wie sie oft abstimmen! Das Klima im Gemeinderat ist gut, aber es kann aber nicht immer alles eitel Wonne sein. Schließlich gibt es unterschiedliche Ideologien .
Verraten Sie, wo Ihre persönlichen Kraftplätze sind, wo Sie Ihre Batterien wieder aufladen?
HOCHSTETTER-LACKNER: Ich liebe die Altstadt und halte mich gerne an der Drau auf. In den Draubermen findet man mich oft.
ALBEL: Für mich ist Warmbad der absolute Ruhepol, da bin ich gern zum Laufen, mein Sohn fährt mit dem Rad mit. Die Umgebung dort inspiriert mich. INTERVIEW: ELENA MOSER












