Wiese oder Familienbaum als allerletzte Ruhestätte
Villach kommt gesellschaftlichem Wandel entgegen: Alternative Bestattungsvarianten senken auch Kosten für Hinterbliebene.

Foto © KusstatscherIn die Monolithen vor der Zeremonienhalle am Waldfriedhof sollen künftig Namen eingraviert werden
Die Nachkommen leben nicht in Villach, wollen die Friedhofskosten möglichst niedrig halten und suchen eine Alternative zu den traditionellen Bestattungsformen Erde oder Feuer. "Unter diesen Herausforderungen haben wir als Stadt alternative Beisetzungsformen gefunden, die gern angenommen werden", schildert Stadträtin Hilde Schaumberger (SPÖ). "Der Trend in Richtung naturnaher Beisetzung ist stark im Steigen. Der würde- und respektvolle Umgang mit dem Todesfall steht freilich im Mittelpunkt."
Wer sich zwar für die Verbrennung entscheidet, jedoch kein Urnengrab möchte, hat nun die Wahl, die Asche des Verstorbenen auf einem speziellen, parkähnlichen Areal auf dem Waldfriedhof verstreuen zu lassen. "Im Rahmen der Beisetzung wird die Grasnarbe ausgestochen, die Asche kann von den Angehörigen darüber verstreut werden, dann wird die Fläche wieder verschlossen", schildert Schaumberger. In die Monolithen, welche die Künstler Valentin Oman und der jüngst verstorbene Heinz Peter Maya gestaltet haben, wird der Name eingraviert.
Bei der ebenfalls neuen, naturnahen Baumbestattung geht man von der Idee aus, dass die Asche eine Pflanze nährt. Schaumberger: "Wir bieten biologisch abbaubare Urnen an, die beigesetzt werden, während man gleichzeitig einen Familienbaum pflanzt." Im sogenannten "Park der Ruhe" vermengt sich die Asche im Laufe der Zeit mit dem Erdreich. Auf einer Gedenktafel wird der Name des Verstorbenen vermerkt, auch Platz für Blumen und Kerzen steht zur Verfügung.
Ganz schlicht bietet der "Wald der Ruhe" neue Beisetzungsformen, bei denen weder unmittelbare Gedenktafel noch Grabstein und Kerzen vorgesehen sind. Die ebenfalls abbaubare Urne wird an einem beliebigen, nicht gekennzeichneten Platz beigesetzt, die Asche verbleibt für immer an dieser Stelle, der Name wird auf einer gemeinsamen Erinnerungssäule eingraviert.
Schaumberger: "Für die Hinterbliebenen fallen bei diesen alternativen Bestattungsformen einmalige Kosten an, finanziellen Aufwand für Grabpflege oder Miete gibt es nicht."
Features
Hintergrund
Zahlen. Im Krematorium Villach, dem einzigen in Kärnten, wurden 2011 rund 2200 Kremationen durchgeführt. Der Trend zur Feuerbestattung ist in den letzten Jahren stark steigend. In Gebiet Villach-Stadt und Umland gab es im Vorjahr 470 Erdbestattungen und 550 Feuerbestattungen.
Kosten. Durchschnittliche Kosten der Bestattungsdienstleistungen ohne Nebenkosten wie Friedhofgebühren, Steinmetz, Blumen: 2500 bis 3000 Euro.










