Beratung bremst die Schulden ein
In Villach holt die Regionalstelle der Schuldnerberatung Kärnten Menschen aus finanziell aussichtslosen Situationen und gibt ihnen neue Perspektiven. Und das bereits seit zehn Jahren.

Foto © Zore"Wir beraten nicht nur. Wir vertreten die Menschen auch zwecks außergerichtlicher Regelungen oder begleiten sie durch Gerichtsverfahren", sagt Bernhard Maltschnig, Villacher Regionalstellenleiter der Schuldnerberatung
Die viel zitierte "Schuldenbremse", die der Staat sich und seinen Bürgern derzeit verordnet, ist für die Mitarbeiter der Schuldnerberatung Kärnten und ihre Klienten nichts Neues: Das Durchforsten von Geldschulden, das Aufspüren ihrer Ursachen, Strategien zu ihrer Bewältigung, die Ausarbeitung eines "Sparprogramms" sind das Tagesgeschäft der Beraterteams.
In Villach begeht die Regionalstelle der Schuldnerberatung im März ihr Zehn-Jahr-Jubiläum. "Wir haben seit 2002 insgesamt 3398 Verschuldungsfälle bearbeitet und 1294 Privatkonkurse abgewickelt", zieht Regionalstellenleiter Bernhard Maltschnig eine Bilanz in Zahlen. Für jene Menschen, die hinter diesen Zahlen stehen, bringt die - übrigens kostenlose - Beratung auf dem Villacher Bahnhofplatz fast immer eine positive Wende.
Lebensmut
"Das, was wir da machen, hat sich einfach bewährt", betont Maltschnig. "Wir zeigen den Klienten eine Perspektive auf, wie sie ihre Last loswerden können. Alles läuft absolut vertraulich ab. Wenn die Menschen mit einer fertigen Schuldenregelung bei uns hinausgehen, fassen sie wieder Lebensmut und sind motiviert." In 85 Prozent der Fälle werde eine einvernehmliche Regelung mit den Gläubigern erreicht, so Schuldnerberater Maltschnig, der ebenso wie seine Kollegen Katrin Pacher und Heimo Berlinger studierter Jurist ist.
70 Prozent der Klienten kommen aus Villach-Stadt, 26 Prozent aus Villach-Land, vier Prozent aus dem Bezirk Hermagor. Der Männer-Anteil beträgt 60 Prozent, 40 Prozent sind Frauen. Von der Altersstruktur her sind 15 Prozent der Klienten unter 25 Jahre alt. "Wir führen vier bis sechs Beratungsgespräche täglich", berichtet Maltschnig.
Als Verschuldungsursachen zählt er vier Bereiche auf: Nummer eins ist die Einkommensverschlechterung durch Arbeitslosigkeit, gefolgt von ehemaligen Unternehmern (20 Prozent der Klienten), die für ihre Schuldenberge privat haften; Ursache Nummer drei ist falsches Konsumverhalten (steigend sind hier die Handy- und Internetschulden) sowie schlechter Umgang mit Geld; Ursache Nummer vier ist Scheidung oder Trennung.











