Er verhilft Jugend zu neuer Chance
Der 68-jährige Heinz Hengl ist Obmann der österreichweiten Organisation "Pro Prognos". Sie kümmert sich um die Zukunft von Jugendlichen mit Problemen.

Foto © KLZ/ZoreHeinz Hengl: "Wir sind für die Jugendlichen der allerletzte Anker. Sie brauchen in dieser schwierigen Situation unsere Hilfe."
Im Brotberuf steht er vielen Unternehmern beratend zur Seite. Doch Heinz Hengl (68) hat neben dieser Tätigkeit und der Präsidentschaft von allen Kärntner Faschingsgilden auch noch eine dritte Leidenschaft: Er ist seit 2006 Bundesobmann von "Pro Prognos Austria", einer österreichweit agierenden Organisation, die sich um junge Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen kümmert. "Leben ist Chance" steht als Leitsatz auf der Homepage - Hengl und seine Mitarbeiter versuchen, diese von der Draustadt aus für die verhaltensgestörten, dissozialen Jugendlichen zu finden. Aktuell wird wieder eine geeignete Familie in Kärnten gesucht.
Positive Entwicklung
"Meist sind die zu betreuenden jungen Menschen bereits aus allen Regulativen hinausgefallen, haben schwere Zerwürfnisse im Elternhaus, sind in Kontakt mit Jugendanwalt und Jugendamt. Unsere Organisation ist da der allerletzte Anker", beschreibt Hengl den Aufgabenbereich. Im Verein wird besonderer Fokus darauf gelegt, positive Entwicklungen zu fördern, "immer mit dem Blick auf Nachhaltigkeit", wie der Villacher Obmann betont. "Pro Prognos" geht nämlich davon aus, dass es keine Jugendlichen gibt, die nicht rehabilitierbar sind. "Wir arbeiten dabei mit speziell ausgebildeten Fachfamilien zusammen, die sich quasi rund um die Uhr um deren Betreuung kümmern." Diese sind natürlich in pädagogischen und psychologischen Belangen geschult.
Derzeit sind rund zehn Jugendliche - auch aus Villach und dem Klagenfurter Raum - im Programm, drei davon im Ausland untergebracht. "Wir haben verschiedene Familien in Südfrankreich, Deutschland, Portugal und Umbrien, wo die jungen Menschen auch die Sprache lernen und gegebenenfalls auch Lehrabschluss und Weiterbildung machen können", erklärt Hengl. Oft stelle sich heraus, dass die einstigen "Problemkinder" plötzlich neue Motivation schöpfen, Freunde finden und sich sozial völlig zum Positiven verändern. "Sie sind wirklich am ärmsten dran, schweben in der Luft, können sich nicht helfen und sind auf uns angewiesen!"
Um sich von der doch eher schwierigen und belastenden Materie abzulenken, leitet Hengl die Faschingsbelange als Präsident der Kärntner und obendrein auch jene des Bundes Österreichischer Gilden als Vizepräsident. Zum weiteren Ausgleich ist er seit 45 Jahren aktives Mitglied bei der Bergrettung in Spittal.












