Pflegedienst als Lebensaufgabe
Drei Frauen aus Villach bieten "Alternative Lebensräume" zu würdigem Altern in familiärem Umfeld an.
VERENA NIEDERMÜLLER
In einer familiären Atmosphäre alt werden ist der Sinn von "Alternativen Lebensräumen". Das macht es möglich, dass ehemalige Familienpflegestellen legal weitergeführt werden, im Bezirk Villach gibt es drei dieser privaten Betreuungseinrichtungen. Für die Betreiberinnen ist es ein 24-Stunden-Job.
Im Oktober 2009 wurde die Betreuung im Haus Sunnseit'n von Sintija Ofner in Afritz bewilligt. "Mir ist es wichtig, dass jeder Pflegling stets dieselben Bezugspersonen hat", erklärt die 37-jährige Heimbetreiberin. Ihre Familie muss mitziehen. "Ich habe einen Sohn und einen Lebensgefährten, die mit mir und Pfleglingen unter einem Dach wohnen. Die beiden bringen großes Verständnis für meinen Beruf auf", erklärt sie. Stete Bereitschaft ist Voraussetzung - einen Nachtdienst zuzukaufen wäre zu teuer.
Anna Maria Smole, 55-jährige Altenfachbetreuerin aus Ledenitzen, bietet die familiäre Pflege seit sieben Jahren an. Wenn sie Besorgungen machen möchte, wird sie von ihrer Tochter, die ebenfalls Altenpflegerin ist, vertreten. "Viel Freizeit hat man nicht, aber ich war immer schon der Typ, der gern zu Hause war."
Auch die 49-jährige Marilyn Rauter aus Paternion bietet diesen "Alternativen Lebensraum" an. Sie hat zehn Jahre lang als Entwicklungshelferin im Südpazifik gearbeitet, sich aber vor zwei Jahren entschlossen, Pfleglinge aufzunehmen. Entsprechende Aus- und Fortbildungen inklusive. "Wenn man sich für diesen Beruf entscheidet, entscheidet man sich für Arbeit", erklärt die Alleinstehende. "Das Privatleben muss man zurückstellen."
Aktivitäten sind wichtig
Die Betreuer kennen ihre Pfleglinge besonders gut. "Durch den engen Kontakt bemerkt man jede noch so kleine Veränderung des Gesundheitszustandes sofort", erklärt Ofner. "Ich achte auch sehr darauf, dass die Bewohner geistig und körperlich aktiv bleiben", ergänzt Rauter. Shiatsu, Gedächtnistraining, Sitzgymnastik, Spaziergänge oder gemeinsames Kochen gehören dazu.
In einem "Alternativen Lebensraum" können ausschließlich Bewohner bis zur dritten Pflegestufe wohnen, das Gebäude muss dieselben baulichen Auflagen erfüllen wie ein Pflegeheim. Die Landesregierung kontrolliert die Einrichtungen wöchentlich. "Angehörige wie Bewohner sind von dem Angebot jedenfalls begeistert", sind sich die drei Betreiberinnen einig.










