Eisläufer entkam eisigem Tod
Montagnachmittag ist ein 70-jähriger Pensionist aus Villach in den Ossiacher See eingebrochen. Mithilfe seines Eishockeystockes konnte er sich aufs Eis und ans Ufer retten. Wasserrettung warnt vor lebensgefährlichem Leichtsinn.

Foto © ZoreDer Hut des Eisläufers schwimmt einsam auf dem Wasser an der Einbruchstelle. Diese liegt rund 100 Meter vom Ufer entfernt
Dramatisches Unglück mit glimpflichem Ausgang Montagnachmittag auf dem Ossiacher See: Ein 70-jähriger Villacher wagte sich in seinem Heimatort Villach-Landskron als Eisläufer auf das noch viel zu dünne Eis des Sees. Etwa 100 Meter vom Ufer entfernt brach der pensionierte Gastwirt ein.
Es gelang dem Villacher, sich aus dem eiskalten Wasser ans Ufer zu retten. Dort nahmen ihn die Direktorin des Robinson Club Landskron, Renate Greiser, und ein deutscher Stammgast, der Arzt Karl Plate aus Frankfurt/Main, in Empfang und versorgten den erschöpften 70-Jährigen.
"Es ist ein Wunder, dass unser lieber Freund und Nachbar noch lebt", atmet Club-Direktorin Greiser auf und schildert den Hergang des Unglücks: "Unser Stammgast Karl Plate saß in der Sauna und beobachtete mit wachsender Besorgnis den Eisläufer draußen auf dem See." Es kam, was kommen musste: "Plötzlich brach der Eisläufer ein und Herr Doktor Plate sah, wie der Mann vom See förmlich verschluckt wurde", erzählt Greiser.
Geistesgegenwärtig betätigte der deutsche Arzt den roten Notfallknopf in der Sauna und setzte so die Rettungskette in Gang.
Rettender Stock
Direktorin und Stammgast eilten ans Seeufer. Der Eisläufer war wieder aufgetaucht, zog sich mithilfe des Eishockeystocks auf das Eis. Teils robbte, teils fuhr er Richtung Ufer. "Es ist nur seiner großen Erfahrung und seiner Fitness zu verdanken, dass er sich retten konnte", sagt Greiser. "Unser Nachbar geht nie ohne seinen Eishockeystock aufs Eis, das hat ihm jetzt das Leben gerettet!"
Blaugefroren und geschockt kam der Eisläufer am Ufer an. Greiser und Plate befreiten ihn von der tropfnassen Bekleidung, Rettung und Notarzt sowie Wasserrettung und Polizei trafen ein. Der Mann wurde in der warmen Sauna erstversorgt und danach ins LKH Villach eingeliefert.
Lebensgefahr
Der Ossiacher See ist gesperrt, ebenso der Faaker See. Trotzdem sind hier immer wieder Eisläufer oder Eissurfer unterwegs. Sie begeben sich in höchste Lebensgefahr und ziehen auch Einsatzkräfte mit hinein. "Unsere Retter müssen bei einem Unglücksfall hinaus", betont Heinz Kernjak, Landesleiter der Wasserrettung. "Ich will keinen Retter verlieren wegen solcher Schwachsinnigen! Die werden leider demnächst auf dem Wörthersee unterwegs sein, sobald er stellenweise zufriert."











