Ein Raumschiff für die Wasserratten
Lokalaugenschein auf Kärntens spannendster Baustelle: Bis zur Eröffnung im Juli ist in der neuen Warmbader Therme in Villach noch viel zu tun.

Foto © WeichselbraunDie Spaßrutsche ist montiert
Mit allem, was Besuchern der ehemaligen Erlebnis-therme noch in Erinnerung ist, hat die neue Kärnten Therme Warmbad Villach nichts zu tun. Wie ein Raumschiff liegt der futuristisch wirkende Baukörper im Kurgebiet. Das Innere hält, was das markante Äußere verspricht. Der "lazy-crazy-River", eine 70 Meter lange Rutsche aus Edelstahl, ist bereits fertig. Er wird auch später die Thermenbesucher gleich beim Eintritt in seinen Bann ziehen.
"Achtung!" schallt es oben. "Aufpassen, wohin man steigt!" Elektriker platzieren - hoch oben auf Leitern - gerade die Beleuchtungskörper. Zu ihren Füßen schlängeln sich Kabelstränge. Beim Baustellenbesuch - und es interessieren sich viele Delegationen unterschiedlichster Institutionen für das imposante Fit-Fun- und Spaprojekt - ist es ratsam, auch gut auf den Fußboden zu achten. Noch liegen Kabel und Rohre herum, die nach und nach unter der Akkustikdecke verschwinden. Sie soll Geräusche dämpfen. Wenn Kinder Spaß im Wasser haben, kann es schließlich auch lauter werden.
Die 80 bis 100 Handwerker, die sich gerade auf der Baustelle tummeln, finden sich punktgenau zurecht: nicht nur in den vielen Gängen, auch auf den für Laien verwirrend wirkenden Plänen. Thermen-Projektleiter Walter Steinmetz und Alfred Winkler, Geschäftsführer der Freibadgesellschaft, arbeiten sich Schritt für Schritt vor. "Wir schreiben Leistungen etappenweise aus", erklärt Winkler. "Da hat man die Konjunkturschwankungen deutlich bemerkt. Bei den Saunen lagen wir gerade 15 Prozent unter dem Schätzwert." Dafür sind Schlosser jetzt Mangelware.
Hell und lichtdurchflutet
"Die Hauptarbeit leisten derzeit die Fliesenleger", versucht Winkler zu vermitteln, während die Säge kreischend Stücke schneidet. An vielen Wänden sieht man bereits die Steinplatten, der Muschelkalkboden ist in einigen Zonen fertig. Hell, lichtdurchflutet, modern. "Der Architekt wollte der Therme keinen Jahresstempel durch bunte Farbgebung aufdrücken", sagt Steinmetz in einem künftigen Ruheraum. Edelstahl, viel Glas und Stein - die Therme präsentiert sich in hochwertigen Materialien.
Dass der nahe Dobratsch mit seinen karstigen Felswänden den Architekten in jedem Bereich stark beeinflusst hat, ist unübersehbar. Im rechten Winkel ist hier keine Wand, kein Gang, nur wenige Fenster. Bauherr Bürgermeister Helmut Manzenreiter: "Architektonische Einmaligkeit und Wiedererkennung war uns wichtig. Die Therme wird ein Magnet für den gesamten Alpen-Adria-Raum."
Features
Thermen-Information
Investition. Gut 40 Millionen Euro, 54 Prozent zahlt die Stadt Villach, 34 Prozent Land Kärnten, 12 Prozent Betreiberfamilie des Thermenressorts Mayerhofer-Lukeschitsch.
Zeitplan. Spatenstich Juni 2010, Eröffnung Juli 2012.
Architekt. Studio Titus Pernthaler, Graz.
Zahlen. 10.000 Kubikmeter Beton und 1200 Tonnen Stahl wurden bisher verbaut. Die Gesamtwasserfläche wird 1078 Quadratmeter ausmachen. 850 Garderoben. 1100 Besucher können sich gleichzeitig aufhalten. Pro Jahr kalkuliert man mit 280.000 Besuchern.
Hotel. Der benachbarte Karawankenhof eröffnet im Mai.












