Wild setzt dem Wald zu
Villacher Bezirkswaldbauerntag am Stiegerhof. Rekordeinschlag 2011 im Forstbezirk. Probleme mit Wild und mit Förderungsstopp.
Mit massiven Wildschäden hat Waldbäuerin Brunhilde Marinz aus Arriach in ihrem Forst zu kämpfen: "Es werden von den Sachverständigen aber meist nur die Schälschäden aufgenommen, nicht der Keimlingsverbiss, weil der an den winzigen Pflanzen, vor allem bei Laubbäumen, kaum zu sehen ist", brachte die Arriacherin gestern beim Villacher Bezirkswaldbauerntag ein brennendes Problem vor. Die Folge: eine Entmischung des stabilen Mischwaldes.
Zu dem Bezirkswaldbauerntag hatte die Landwirtschaftskammer (LWK) mit Präsident Johann Mößler, Forstdirektor Günther Kunerth, Villachs LWK-Vorstand Erwin Winkler und Außenstellenleiter Klaus Schusser geladen. Ort der Tagung: Landwirtschaftsfachschule Stiegerhof mit Direktor Johannes Leitner.
Kritik am "Versagen der wildökologischen Raumplanung" (WÖRP) übte Roland Mikula, Waldberater aus Paternion und Obmann der Bäuerlichen Waldgemeinschaft (BWG, 100 Mitglieder, 2500 Hektar Wald): "Der negative Wildeinfluss ist auf allen unseren Flächen gegeben!"
Ein anderes Problem für Waldbauern brachte Kammerrat Georg Kircher aus Stadelbach zur Sprache: "Wir wollten im Herbst einen fertig projektierten Forstweg einreichen - da hat es plötzlich geheißen, es gibt bis 2014 einen Förderungsstopp!"
Die Fördertöpfe für Forststraßen seien bis 2014 ausgeschöpft, bestätigte Peter Honsig-Erlenburg, Leiter der Villacher Bezirksforstinspektion. Positiv vermelden konnte Honsig-Erlenburg für 2011 einen "Rekordeinschlag von 400.000 Festmetern!"
Lob für diesen "Super-Einschlag" kam von LWK-Forstausschussobmann Christian Benger: "Ihr Waldbauern habt's gehandelt und die Industrie bedient!" Benger zeigte in seinem Referat unter anderem neue Verwertungsstrategien für Holz auf: vom Textilprodukt Modal bis zum Hybrid-Hochhaus mit 30 Stockwerken. REGINA ROTHAUER












