EU nimmt Finkenstein unter die Lupe
Die Marktgemeinde Finkenstein am Faaker See nimmt als einziger Ort Österreichs am EU-Pilotprojekt "LebensKlima" teil. Die Bürger erarbeiten nachhaltige Zukunftsvisionen.
DANJA SANTNER
Während sich rundum die täglichen Schlagzeilen um Finanz- und Wirtschaftskrisen drehen, blickt man ab kommender Woche in Finkenstein einer inspirierenden Zukunft entgegen. Nebst Rotterdam in den Niederlanden und der Stadt Wolfhagen in Deutschland wurde die Marktgemeinde am Faaker See als einziger Ort in Österreich auserkoren, am EU-Forschungsprojekt "LebensKlima" teilzunehmen.
Durchgeführt wird diese Studie vom Wiener Nachhaltigkeitsforschungsinstitut "Seri" (Sustainable Europe Research Institute), das seit zwölf Jahren mit internationalen Partnern arbeitet. "Wir wollen wissen, wie sich das Leben für die Menschen entwickeln soll, ohne die Umwelt zu sehr zu belasten. Und da der Politik kaum Lösungskompetenz zugetraut wird, entwickeln wir spannende Ideen direkt mit den Menschen vor Ort", erklärt Lisa Bohunovsky von Seri, die für das Finkensteinprojekt zuständig ist.
Nachhaltigkeit
Schon seit November laufen die Vorarbeiten mit Befragungen und Interviews. Am Donnerstag wird das Vorhaben im Dorfhotel Schönleiten offiziell vorgestellt. "Es sind alle interessierten Bürger ganz herzlich zur Präsentation eingeladen. Schließlich soll sich danach ein Forum von gut 15 Personen bilden, welche die nachhaltigen Visionen ihrer Zukunft definieren sollen", so Bohunovsky. Gefragt sind dabei Menschen, die keine spezielle Funktion in der Gemeinde haben, sich aber um deren Entwicklung Gedanken machen wollen. Die Ergebnisse des für zwei Jahre anberaumten Projektes werden mit den anderen Orten verarbeitet.
Spannendes Umfeld
Finkenstein wurde als Teilnehmer übrigens per Zufall ermittelt. "Wir haben mit Rotterdam eine große, mit Wolfshagen eine mittelgroße Stadt und waren auf der Suche nach einer ländlich geprägten Gemeinde mit rund 10.000 Einwohnern", beschreibt Bohunovsky. An Finkenstein findet sie übrigens mehrere Dinge spannend: "Es ist von Tourismus wie auch Industrie geprägt und in viele kleine Orte aufgeteilt." Die Lage im Dreiländereck und die immer größer werdende Rolle als "Schlafgemeinde" für Villach seien ebenfalls interessant.
Schon in den Vorbereitungen haben sich die Finkensteiner sehr interessiert gezeigt, waren offen für die Befragungen. Aus dem Forum sollen sich dann bis zum Sommer Arbeitsgruppen bilden und ein Masterplan entwickelt werden. "Damit die Ideen nicht nur am Papier stehen, sondern in der Gemeinde sichtbar und erlebbar werden."











