Perfektes Profil der Pickeltäter
26 Pkw demoliert. Neun Tage später hatte Polizei die Täter.

Foto © SantnerErmittler Gerhard Wieser (links) und Martin Stichauner mit dem Tatwerkzeug
Ein aufgebrochener Baucontainer und ein daraus gestohlener Pickel, mit dem 26 Autos brutal geknackt wurden: Diese Spur der Verwüstung zogen vorerst unbekannte Täter in der Neujahrsnacht über eine Länge von zwei Kilometern durch Villach. Ausgehend vom Hauptbahnhof über die Stadtteile Lind und St. Leonhard bis nach Landskron wüteten die Pickeltäter. Der Gesamtschaden: 45.000 bis 50.000 Euro.
Am Montag - nur neun Tage nach der Tat - hatte die Polizei die Täter ausgeforscht: zwei 17-jährige Villacher Burschen, einer von ihnen ohne Beschäftigung und vorbestraft, der zweite - ein Hilfskellner - bisher unbescholten. Gestern wurde der Haupttäter in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert, sein Komplize wurde angezeigt.
Täterprofil
Dass die beiden so rasch ausgeforscht werden konnten, ist der Tatortarbeit der Kripo-Spurensicherer Manfred Bister und Reinhard Turner und in der Folge den intensiven Ermittlungen von Revierinspektor Martin Stichauner und Bezirksinspektor Gerhard Wieser von der Polizeiinspektion Landskron zu verdanken. "Wir haben aus den Auswertungen der Tatortspuren, aus Befragungen und aus Hinweisen Schritt für Schritt ein Bild von den Tätern gebaut, bis wir ihr perfektes Profil erstellt hatten", erklären die beiden Beamten und erzählen, wie sie beispielsweise die auffälligen Schuhabdruckspuren an den Tatorten richtig deuteten: "Wir fragten in einem Sportgeschäft nach. Dort hat man uns bestätigt, dass die Abdrücke von Skaterschuhen stammen, die meist von Jugendlichen aus einer speziellen Szene gekauft werden - somit hatten wir den Täterkreis eingeengt."
Ein Zeit-Weg-Diagramm, das Stichauner anhand der Anzeigen der geschädigten Autobesitzer und des Verlaufs der Tatorte erstellte sowie ein Hinweis aus einem Lokal im Bahnhofsbereich waren weitere Faktoren zur Ausforschung der 17-jährigen Täter.
Der Schaden, den sie angerichtet haben, bleibt an ihren Opfern hängen. Die Geschädigten können sich als Privatbeteiligte dem Strafverfahren anschließen. Über Exekutionstitel kommen sie dann irgendwann zu ihrem Geld.










