Villach setzt jetzt voll auf Biomasse
Mit dem neuen Biomasseheizwerk der Kelag Wärme GmbH forciert Villach noch stärker den Klimaschutz. Infineon wird Hauptabnehmer und wechselt von Gas auf erneuerbare Energie.

Foto © Willi ZoreFeuerten den neuen Heizkessel in Villach-St. Agathen gemeinsam an: Helmut Manzenreiter, Monika Kircher-Kohl, Harald Kogler und Günther Stückler
Das Fernwärmesystem der Kelag Wärme GmbH mit Hauptsitz in Villach gehört zu den Top Ten in Österreich, es ist das zweitgrößte in Kärnten und seit Donnerstag um ein modernes Biomasseheizwerk größer: Kelag-Vorstandsmitglied Harald Kogler, Kelag-Wärme-Geschäftsführer Günther Stückler und Bürgermeister Helmut Manzenreiter heizten gemeinsam mit Hauptabnehmer Infineon, vertreten durch Vorstandsvorsitzende Monika Kircher-Kohl einen der beiden nagelneuen Kessel an.
Mit dem Anlagenbau in St. Agathen südwestlich des Stadtzentrums wurde erst im April begonnen, der Probebetrieb wird jetzt hochgefahren, der Vollmodus startet Ende des Jahres. "Hier können wir zeigen, dass sich wirtschaftlicher Erfolg wunderbar mit ökologischer Nachhaltigkeit verbinden lässt", ist Kogler stolz auf die 14-Millionen-Investition. Sie wird eine Leistung von 16 Megawatt bringen und insgesamt gut 60.000 Megawattstunden pro Jahr an Wärmeenergie in das Villacher Netz einspeisen.
Biomassestadt
"Wir sind jetzt die Biomassestadt im Süden", freute sich Bürgermeister Manzenreiter und zählte auf: "Unsere Stadt wird fast flächendeckend mit Fernwärme versorgt und mehr als 80 Prozent davon kommt aus erneuerbarer Energie." Er betonte, dass die Draustadt mit der Entscheidung zur Biomasse in puncto Luftqualität und Energieeffizienz einen riesen Schritt nach vorne getan hat. "Bei uns löst sich Feinstaub in Luft auf, wir zählen bundesweit zu den Städten mit der geringsten Belastung!"
Bei Infineon Technologies wird auf Energieeffizienz großen Wert gelegt und nun der Umstieg von Erdgas auf die regionale Fernwärme vorbereitet. "Wir erreichen so mehr Unabhängigkeit vom internationalen Gasmarkt und eine höhere Versorgungssicherheit. Das ist für uns ökologisch und wirtschaftlich die richtige Entscheidung", erklärte Vorstandsvorsitzende Kircher-Kohl.
Die Standbeine der Villacher Fernwärme sind neben dem neuen Biomasseheizwerk ein weiteres der Firma Griesser, die industrielle Abwärme der Omya sowie Deponiegas und Abwärme aus einer Kraft-Wärme-Kopplung. Auch die Lieferanten für das Biomasseheizwerk sind aus der Region - der größte darunter ist der Maschinenring, der künftig bis zu 40.000 Festmeter an Biomasse nach St. Agathen liefern wird.
Features
Daten und Fakten
Biomasseheizwerk. Thermische Nennleistung: 16 Megawatt, zwei Kesselanlagen, die ausschließlich Biomasse verfeuern.
Fernwärmesystem. Das Villacher Fernwärmesystem gehört zu den Top Ten in Österreich. Über das 73 Kilometer lange Netz werden 140 Millionen Kilowattstunden Wärme geliefert, mehr als 80 Prozent davon aus erneuerbarer Energie und Abwärme.
Historie. 1986: Bau des Fernwärmesystems. 1990: Umstieg auf Erdgas. 1992: Kelag steigt ein.










