Viele wollen dem Gnadenhof helfen
Seit das Damoklesschwert der Räumung über dem Unterwollaniger Gnadenhof des Unfallmediziners Wolfgang Lausegger schwebt, hat sich für ihn eine breite Unterstützungsfront gebildet.
Wie können wir Wolfgang Lausegger helfen? Die Frage stellen dieser Tage etliche Anrufer am Telefon der Kleinen Zeitung. Seit das Umweltamt der Stadt Villach beim Gnadenhoflandwirt in Unterwollanig aufmarschiert ist und den Abtransport seiner 200 Tiere angekündigt hat, bildete sich eine breite Unterstützungsfront. Der pensionierte Kripobeamte und Autor Adi Hofer sammelt Unterschriften für den Gnadenhof.
Der Tierschutzverein unter Auguste Windisch hat Lausegger ebenfalls Hilfe angeboten: "Wir sind entschieden gegen Massentierhaltung und Tierfabriken und bevorzugen Haltung von Tieren im Freien", so Windisch. "Der Schutz der Tiere liegt in der besonderen Verantwortung des Menschen und ist nicht bloß moralisch, sondern auch rechtlich verankert." Sie schlägt vor, mit dem Salzburger Gnadenhof Gut Aiderbichl in Kontakt zu treten.
Lausegger berichtet von vielen Sympathisanten, die ihm helfen wollen, seinen Gnadenhof zu verteidigen: "Sogar aus Kairo hat mich ein Tierfreund angerufen." Der Unfallmediziner fürchtet, dass "die Behörde in einer Nacht- und Nebelaktion, wenn ich Dienst im LKH versehen muss, meine Tiere abholt". Nach dem Landessicherheitsgesetz muss keine gerichtliche Bewilligung für die Räumung vorliegen, bestätigen Juristen.
Lausegger, der ein "Massaker" auf seinem Hof befürchtet, wenn die Freiheit gewohnten Tiere mit Gewalt verfrachtet werden sollen, hat den "Verein gegen Tierfabriken" angeheuert, um das Anwesen aktionistisch zu verteidigen, während er seiner Arbeit nachgeht. Unterdessen errichtet er einen Weiderost als Barriere. "Ich liefere 100 Tiere pro Jahr an Bauern oder in den Schlachthof, gebe Schweine und Ziegen an Tierfreunde", sagt der verzweifelte Gnadenhofbetreiber. Fleischverwertungsfirmen könnten dies bestätigen.
In Sicherheit bringen
"Meine Lieblinge, Maxi, Burli, Friedolin und Lina opfere ich nicht, ein Kastrationsprojekt läuft. Aber ich bin fieberhaft bemüht, meine Tiere in Sicherheit zu bringen, damit sie nicht zu Schaden kommen" (Telefon 0676 - 660 776 77). Unterdessen soll eine Jägerin Lausegger gegenüber zugegeben haben, "aus Angst vor den Tieren" die Gatter bei der Durchfahrt offen zu lassen. Umweltreferentin Wally Rettl (FPK) will zum laufenden Verfahren nichts sagen.











