Hundehalter wollen legale Freilaufzone
Konflikt zwischen Hundefreunden und -hassern gärt in Villach. Vorschlag zur Beruhigung: ein Teil des Wasenbodens als Hundespielwiese.
Dem einen der beste Freund, dem anderen der größte Feind. Hunde spalten Meinungen und erhitzen die Gemüter. Seit einiger Zeit wird deshalb in Villach wieder rege über eine eigene Hundezone diskutiert, in der sich Hunde ohne Leinen- und Maulkorbzwang bewegen dürfen. In einigen österreichischen Gemeinden scheint das gut zu funktionieren.
"Es gibt in Wien aber durchaus auch abschreckende Beispiele", weiß Stadträtin Hilde Schaumberger (SPÖ). Mehr als 2500 gemeldete Hunde leben in Villach. "Der Bedarf für eine solche Freilaufzone ist da", sagt Vizebürgermeisterin Tierschutzreferentin Wally Rettl (FPK). Immer wieder werde sie angesprochen, deshalb habe sie vor Monaten einen diesbezüglichen Antrag im Gemeinderat gestellt. "Ideal ist der letzte Zipfel vom Wasenboden nahe dem Zentralfriedhof. Das Gelände liegt stadtnahe und es gibt keine Anwohner, die das Gebell stören würde. Seit Monaten liegt mein Vorschlag zur Prüfung vor." Eine Widmung müsse her, dann könnte losgelegt werden. Sogar Sponsoren hätte Rettl schon an der Angel. Der Rest soll zweckgebunden aus der Hundeabgabe finanziert werden.
Hilfe von Experten
Parallel dazu hat sich der Verein "Tierliebe" mit seiner Initiative "Mehr Platz für Hunde" per Brief an die Stadt Villach gewandt. Die engagierten Tierschutz-Experten haben in der Vergangenheit schon viele Hundezonenprojekte in österreichischen Gemeinden unterstützt. Das Thema ist brisant: 52 Prozent der Österreicher ärgern sich laut einer aktuellen Umfrage über Hundekot und 20 Prozent über frei laufende Hunde. "Wir haben Villach angeboten, kostenlos zu beraten. Aber wir warten noch auf Antwort", so die Vereinspräsidentin Petra Hartl. Denn beim Errichten einer funktionierenden Hundefläche müssen einige Feinheiten beachtet werden. Etikette und Verhaltensregeln sind dabei genauso wichtig. "Es gibt Schilder mit den Regeln, außerdem sollte auch regelmäßig ein Hundetrainer vor Ort sein."
Dieses Service wird von Sponsoren finanziert. "Was uns überraschte: Auch Nicht-Hundebesitzer kamen zum Trainer, um Tipps abzuholen, wie man einem Hund begegnet", sagt Hartl. Ihre Erfahrung: "Hundezonen tragen in den Städten enorm zur Deeskalierung bei. Denn so haben Hundehalter einen Platz, wo sie ihren Hund offiziell frei laufen lassen können. Und wissen, wo sie hin sollen." Auch das leidige Hundstrümmerl-Thema hätte sich in Gemeinden mit Hundezonen um bis zu 70 Prozent verbessert.
Stadträtin Schaumberger ist skeptisch. "Hundezonen sind nicht Aufgabe der öffentlichen Hand. Aber wir unterstützen jede private Initiative, eine solche zu errichten."
Features
FAKTEN
Ziel. Das Ziel der Initiative des Vereins Tierliebe ist ein friedfertiges und positives Miteinander von Hund und Mensch.
Information. Die Initiative bietet viele Informationen im Internet auf www.platzfuerhunde.at und auf Facebook. Man kann online auch Gebiete für Hundezonen vorschlagen und unterstützen und bereits realisierte finden.











