Clingkeller wird zur Plattform für Kultur
Im historisch interessanten Haus des ehemaligen Richters Cling wird die junge Villacher Kulturszene künftig nach Herzenslust arbeiten können. Start mit dem Theaterfestival Spektrum im April.

Foto © ZoreDer historisch bedeutsame Clingkeller in der Lederergasse wird das neue Zuhause der Initiative kult:villach
Romanische Wurzeln, zerstört beim Erdbeben 1348 - eineinhalb Meter hoch zugeschüttet. Dieses Haus hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich, noch bevor der Villacher Rechtsanwalt Albin Ortner das Haus des Richters Cling erwarb. Er küsste es in den späten 1980er-Jahren wach und verwandelte es mit Liebe in einen trendigen Gastronomie-Treffpunkt.
Jetzt wird der ehemalige Clingkeller in der Lederergasse das Zentrum für die junge Villacher Kulturszene. Kulturreferent Richard Pfeiler hat kult:villach unter Sprecherin Simone Dueller 48.000 Euro im heurigen Budget gewidmet. 20.000 Euro reserviert er auch in den kommenden Jahren für den Betrieb.
"Meine Familie hat die Cling-Liegenschaft von Ortner gekauft", berichtet Immobilienentwickler Christian Tribelnig weiter. Der Seebodner ist gleichzeitig als Obmannstellvertreter im Verein Lederergasse engagiert.
Lukrativer
"Aus kaufmännischen Gesichtspunkten wäre es natürlich lukrativer gewesen, den Clingkeller wieder der Gastronomieszene zuzuführen. Aber wir fühlen uns für den qualitätsvollen Umkehrschub in dieser Gasse verantwortlich", bekennt sich Tribelnig zu dem Engagement. Der Clingkeller selbst steht seit zwei Jahren leer, ebenso das Café dell'Arte, es gibt hier weiters die Clingstube und eine ehemalige Pizzeria. Tribelnig: "Der Innenhof ist wunderschön, das Anwesen selbst prädestiniert für die jungen Kulturschaffenden."
Kein Nutzungskonflikt
In den acht Wohnungen in den oberen Stockwerken, die zwischen 20 und 100 Quadratmeter groß sind und nach einem Brand vor zwei Jahren wieder instand gesetzt wurden, will Tribelnig Mieter einquartieren, "die gut zur jungen Kulturszene passen". Man wolle schließlich keine Interessenkonflikte schaffen. Ob sich daraus Atelierwohnungen oder Ähnliches ergeben, ist offen. "Ich bin für alle Ideen und Vorschläge offen und dankbar, die mithelfen, die Schönheit dieses Hauses und der Liegenschaft insgesamt herauszuarbeiten und für die Besucher der Altstadt wieder erlebbar zu machen."
Mit der Adaptierung der Cling-Liegenschaft wird in den nächsten Tagen begonnen. Ab April werden die Räumlichkeiten in das Villacher Theaterfestival Spektrum eingebunden. Tribelnig: "Dann kann kult:villach hier fließend weiterarbeiten."
Das Objekt ist denkmalgeschützt, Tribelnig sieht die Kulturschaffenden als gute Ergänzung der historischen Wurzeln. "Das Clinghaus ist ja quasi das Zentrum, das Herz der Lederergasse", sagt er.










