Schneechaos: Villach beruft Krisenstab ein
25 zusätzliche Mitarbeiter, zusätzliche Räumfahrzeuge: Die Ausnahmeschneefälle sorgen für Chaos. Das nächste Adriatief kommt.
Alle Kräfte sind mobilisiert, sämtliche Saisonarbeiter in den Dienst gestellt, Räumfahrzeuge unterwegs. "Trotzdem wird eine umfassende Beseitigung nicht sofort zufriedenstellend zu schaffen sein", ersucht Bürgermeister Helmut Manzenreiter um Nachsicht. Wer kann, möge auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und sein Auto in der Garage lassen. "Aber bitte nicht dort, wo es die Schneeräumung zusätzlich behindern könnte." In den vergangenen Tagen ist die Neuschneedecke in Villach um mehr als einen Meter angewachsen. Die innerstädtische Kurzparkzonen-Kontrolle wurde für zwei Tage aufgehoben. "Wir sind dank der Ausnahmeschneefälle die schneereichste Stadt Österreichs mit mehr als 50.000 Einwohnern", so Manzenreiter. Und es soll weiter schneien, daher hat er einen Krisenstab einberufen.
Auf vielen Straßen im Stadtgebiet ging Donnerstagabend nichts mehr. Hängen gebliebene Fahrzeuge und undisziplinierte Lenker erschwerten das Chaos. Die Räumung der Schneemassen aus den engen Altstadtgassen stellen die Wirtschaftshofleute vor eine besondere Herausforderung: Um Behinderungen am heutigen Einkaufssamstag gering zu halten, muss die weiße Pracht laufend abtransportiert werden. Auch Anrainer sind gefordert und müssen - per Straßenverkehrsordnung - Gehwege zwischen 6 und 22 Uhr freischaufeln.
Zu viel für die Dächer
Auch südlich von Villach sorgte der Schnee für viel Arbeit. In Finkenstein sind 21 Räumungsgeräte im 300 Kilometer großen Straßennetz unterwegs - und bleiben für die prognostizierten weiteren Niederschläge in Bereitschaft. "Etliche Scheunendächer haben die Last nicht ausgehalten", sagt Bauamts- und Wirtschaftshofleiter Günter Ogris. Und in Arnoldstein mussten Stützpunktfeuerwehr und die FF Thörl-Maglern jetzt 20 (!) Mal ausrücken, um hängen gebliebene LKW auf der B 83 abzuschleppen.
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HINTERGRUND
Zahlen. Das Villacher Straßennetz umfasst 370 Kilometer, dazu 200 Kilometer Gehwege und 135.000 Quadratmeter sonstige Flächen wie Parkplätze. Der Wirtschaftshof steht mit 100 Mitarbeitern und 20 Räumfahrzeugen im Dauereinsatz. In den peripheren Bereichen der Stadt sind private Räumer mit 36 Fahrzeugen unterwegs.
Streumittel. 2500 Tonnen Salz und Split stehen bereit.
Kosten. 2,4 Millionen Euro sind für Winterdienst eingeplant.











