Poeten steigen in den Ring
Der Poetry Slam im Rahmen des Villacher Jugendliteraturfestivals "Lesezeichen" findet heute Abend zum dritten Mal statt. Der Bewerb ist mittlerweile für seine kreativen Newcomer mit ungewöhnlichen Performances bekannt.
Gesagt, geflüstert, geschrien, gekeucht, gejault - die ganze Spielbreite des live gesprochenen Lautes wird von Künstlern bei sogenannten "Poetry Slams" genutzt. Heute findet als Abschluss des Jugendliteraturfestivals "Lesezeichen" ein solcher Bewerb in Villach statt.
Gibt es in Österreich bereits eine relativ etablierte Poetry Slam-Szene, schafft es Villach besonders junge Talente anzusprechen. Die Wortgewandtheit und Kreativität der Kandidaten ist bemerkenswert. "Die Stadt Villach fördert und fordert junge Talente sehr. Beispielsweise mit den Workshops im Rahmen der Lesezeichen", sieht Autor Martin Mittersteiner einen Grund für die draustädtische Kreativität. "Bei vielen Slams in Österreich und Frankreich bekommt man oft rhythmische und humoristische Beiträge zu hören. In Villach kommen aber auch sehr viele experimentelle Präsentationen auf die Bühne. "Das macht es spannend und vielseitig", freut sich Mittersteiner, der den Wettbewerb moderieren wird.
Harte Worte
Im Vorjahr beeindruckte ihn besonders der Villacher Julian Öllinger mit einem sehr direkten und brutalen Text zum Thema Kindesmissbrauch. Öllinger gewann damit den Bewerb. "Gerade bei solchen Themen muss man harte Worte verwenden, um nicht überhört zu werden", ist der 16-jährige Gymnasiast überzeugt. Block, Zettel, Schulhefte - Julian Öllinger schreibt seine Text-Ideen meist spontan nieder. Tabuthemen, Philosophisches, hin und wieder Unterhaltsames kommt dabei heraus. "Allerdings nicht immer viel Positives. Vieles ist ja so schön, da muss man den Blick mal auf Negatives richten", sagt Öllinger und macht es spannend. Das Publikum erwartet heute Abend viel Kreatives, Lustiges, Aufwühlendes, aber auf keinen Fall Langweiliges.
Features
KULT:VILLACH
Mitglieder. Bei kult:villach machen etliche Künstler aller Richtungen mit: Drauklang, special symbiosis, A.C.M.E., Mystic Roots und der Damen-salon. Sowohl Musik als auch Literatur und bildende Kunst sind darin vertreten.
Anforderungen. Die neue, noch zu findende Location für kult:villach sollte 200 Besuchern Platz bieten, aber auch einen passenden Rahmen geben, wenn bei einer Avantgarde-Theaterproduktion nur 20 oder 30 Besucher kommen.
Bandbreite. Die Palette der kult:villach-Veranstaltungen soll von der Lesung bis zum Punkkonzert reichen. Ideal wären Kellerräume in der Stadt.
Brauerei. Über das Untergeschoß der Villacher Brauerei war vor einigen Jahren nach- gedacht worden. Statische Probleme machen das Projekt allerdings zu teuer.
POETRY SLAM
Mitmachen. Jeder ist eingeladen, die Anmeldung ist bis zum Beginn der Veranstaltung möglich. Die Performance darf maximal fünf Minuten dauern.
Abstimmen. Beurteilt wird durch das Publikum. Es werden per Handzeichen fünf Finalisten ermittelt.
Termin. Heute, ab 19.30 Uhr in der Parklounge/Parkcafé.










