Virtuelle Ausflüge in die Heimat
Monika Rémon-Brunner aus Villach lebt seit mehr als 30 Jahren in Frankreich und arbeitet dort als Deutschlehrerin. Mit einer digitalen Tafel "reist" sie mit ihren Schülern auch gerne nach Österreich.
In die Ferne gezogen hat es Monika Rémon-Brunner schon immer: "Schon mit 18 Jahren, kurz nach der Matura, habe ich meine Sachen gepackt und mich auf Reisen begeben", erklärt die gebürtige Villacherin. Zwei Jahre lang war sie allein unterwegs, um die Welt zu erkunden. "Gelandet bin ich schließlich in der Bretagne in Frankreich, in einer Gemeinde namens Plémet", so Rémon-Brunner. Mit Gatten Philippe kaufte sie sich ein altes Steinhaus in der hügeligen Landschaft der Bretagne. "Anfangs verkauften mein Mann und ich selbst gestaltetes Kunsthandwerk, davon zu leben war allerdings recht schwierig", erklärt die Wahlfranzösin.
Umstieg
Schließlich studierte Rémon-Brunner Germanistik und unterrichtet nun Deutsch an einem Collége. Das Besondere daran: Die Schüler arbeiten und lernen mit einem sogenannten "Action Board", einer digitalen Tafel, die alle technischen Stückerln spielt. "Damit können die Schüler permanent interaktiv in den Unterricht eingebunden werden", so die Lehrerin. Möglich sei hier zum Beispiel ein virtueller Ausflug nach Österreich, um sich die aktuelle Wetterlage anzuschauen. Lernbeispiele können mit Videos, Musik und Sprechproben unterlegt werden, alles geschieht mit ein paar Klicks. "Die Unterrichtsmethode kommt bei meinen Schülern auch sehr gut an und macht ihnen Spaß", meint Rémon-Brunner, die als Erste mit dem Active Board gearbeitet hat. Mittlerweile mache diese Vorrichtung buchstäblich Schule.
Zu ihrer alten Heimat Österreich hat Rémon-Brunner ein eher ambivalentes Verhältnis: "Ich vergleiche meine Situation oft mit der von Elfriede Jelinek. Einerseits habe ich sehr viele positive Erinnerungen an meine Heimat und besuche meine Familie auch regelmäßig. Andererseits gibt es doch Dinge, die mich sehr stören", erklärt Rémon-Brunner. So seien die Menschen in der Bretagne offener und toleranter. Trotzdem bleibe sie vor allem durch die deutsche Sprache mit Österreich verbunden. "Ich lege auch großen Wert darauf, dass meine Kinder Danaé, Jonathan und Nathaniel die österreichische Kultur kennenlernen", betont Rémon-Brunner, die fremde Kulturen als Bereicherung sieht "und nicht als etwas, vor dem man Angst haben muss."
Features
DIE BRETAGNE
Lage. Die Bretagne ist eine westfranzösische Region. Von den Galliern wurde sie Aremorica genannt. Dort leben insgesamt 3,1 Millionen Einwohner, genannt Bretonen.
Geschichte. Die Bretagne wurde schon sehr früh von den Menschen besiedelt, am berühmtesten sind die zahlreichen Megalithanlagen (aus den Asterix-Comics bekannt als Hinkelsteine), die zwischen 4500 und 2000 vor Christus errichtet wurden.











