Bleibende Kunstwerke auf der Haut
Das Tattoo hat sich endgültig vom "Häfn-Image" befreit. Drei Studios widmen sich in Villach diesem außergewöhnlichen Hautschmuck.

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Motorräder, Biker und Tattoos - ein untrennbares Trio, wie man sich spätestens bei der Harley Week am Faaker See überzeugen wird können.
Aber: Das Tattoo hat in den vergangenen Jahren einen beträchtlichen Wandel durchgemacht. "Die Qualität ist enorm gestiegen und die Tätowierungen haben sich dadurch auch vom Knast-Image befreit. Sie sind nicht mehr so verpönt, wie sie es früher waren", erklärt Brent McCown, Tätowierer aus Neuseeland. Er betreibt, gemeinsam mit seiner Frau Steffi, seit Juni dieses Jahres das "Tattoo Tatau"-Studio" in St. Ruprecht bei Villach. McCown ist seit 22 Jahren Tätowierer und hat in dieser Zeit internationale Erfahrungen gesammelt. Spezialisiert ist er auf "traditionell tattoos", das heißt, er arbeitet nicht nur mit der Maschine, sondern auch händisch mit Sticks. Für ihn stellen Tattoos keine Modeerscheinung dar, sondern sind Teil der Kultur. "Es ist wie eine Sprache, die Zeichnungen haben etwas mit dem eigenen Leben zu tun. Das versuche ich, den Kunden zu erklären", sagt McCown. "Schließlich ist man ein Leben lang mit seinen Tattoos verbunden."
Gut überlegen
Ähnlich sehen es auch Lydia und Manfred Hosner, die seit 2003 das "Tattoo und Piercing"-Studio "Smilin'Dragon" am Freihausplatz in Villach betreiben. Hosner ist über die Biker-Szene zum Tätowieren gekommen, ist aber froh darüber, dass sich die Szene vom Klischeehaften entfernt hat. "Wir haben Kunden quer durch alle Gesellschaftsschichten", erklärt Hosner. Dass Tattoos derzeit so "in" sind, sieht er aber durchaus zwiespältig. "Es wäre besser, wenn es eine gründlichere Auseinandersetzung mit dem geben würde, was man ein Leben lang mit sich herumträgt." 80 Prozent seiner Klientel sind junge Menschen und da sieht Hosner auch eine übergeordnete Aufgabe für sich. "Ich versuche, den Jungen klarzumachen, dass wir für eine friedliche Welt stehen, dass man sich nicht verhetzen lassen sollte."
Künstlerisch begabt
Eine offizielle Lehre für Tätowierer gibt es nicht. "Man braucht ein bisschen künstlerisches Talent und muss sich bei Studios bewerben." Zudem sollte man reisefreudig sein. "Der Erfahrungsaustausch mit Tätowierern aus anderen Ländern ist wichtig, auch, um neue Techniken kennenzulernen. Das ist ein wesentliches Element unserer Arbeit und am besten ist es, möglichst viel als Gast-Tätowierer unterwegs zu sein", sagt Hosner.
International erfolgreich ist Dana Metschina vom "House of Tattoo" in der Villacher Karlgasse. Bei Tattoo-Conventions steht sie regelmäßig am Siegespodest. Seit zehn Jahren arbeitet "Artist Dana" selbstständig in ihrem Studio und ist mittlerweile etwas zur Ruhe gekommen. "Das Unterwegssein ist anstrengend und es bleibt weniger Zeit für meine Kunden", sagt Dana, die sich das Tätowierhandwerk im Großen und Ganzen selbst beigebracht hat. Gebracht haben die Conventions ihr Kunden aus aller Welt. Hygiene und Kundenberatung sind für sie oberstes Gebot. "Ich lehne auch mal ein Tattoo ab, wenn ich das Gefühl habe, das passt nicht." Den Eindruck, dass sich immer mehr Frauen tätowieren lassen, kann sie nicht bestätigen. "Das ist ausgewogen. Und international gesehen gibt es auch viele Tätowiererinnen."
Features
TATTOO & PIERCING
Tattoo Tatau. www.tattootatau.com; (0 65 0) 35 42 302
House of Tattoo. www.house-of-tattoo.at; (0 66 4) 55 600 58
Smilin'Dragon. www. smilin-dragon.at; (0 66 4) 79 852 22
Prüfung. Offizielle Prüfung für Tätowiergewerbe ist Pflicht.









