Verhöhnung und ein Paukenschlag
FPK schießt sich auf Reinhard Eberhart ein und übt Druck auf ÖVP aus. "Für Geld tut Eberhard alles". Am LKH Wolfsberg kündigte überraschend Direktor Benzia.

Foto © Weichselbraun
Messerscharf zu formulieren ist Ideenfabrikant Reinhard Eberhart gewohnt. Er tritt seit Monaten kritisch mit der Internetplattform "Das neue Kärnten" (www.dasneuekaernten.at) gegen die politische Spitze im Land auf und bilanziert jetzt: Die FPK versuche, ihn "mit allen Mitteln fertigzumachen". Hintergrund ist ein breit angelegtes Sperrfeuer der Blauen, die zuletzt Eberharts Förderansuchen beim Land "zerlegten". Gestern höhnte der FPK-Pressedienst: "Für Geld tut Eberhart alles." Aktueller Anlass sind jene 30.000 Euro, die er von der Stadt Villach an Förderungen für sein Reinhard-Eberhart-Museum (REM) erhalten soll.
Bürgermeister Helmut Manzenreiter (SPÖ) verschleudere so Steuergeld an einen Lebenskünstler, empört sich FPK-Bezirksobmann Roland Zellot. Eberhart werde bezahlt, um Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) auf die Finger zu schauen. Die Blauen dürften in der Sache Druck auf den Koalitionspartner ÖVP auf Landesebene machen. Denn Villachs VP-Stadtchef Peter Weidinger zog die ursprünglich signalisierte Zustimmung zurück und forderte Manzenreiter auf, die Förderung zu überdenken. Eberhart bleibt unerschrocken. Die Angriffe würden an seiner Zivilcourage nichts ändern, das Geld erhalte er ja nicht privat.
Paukenschlag am LKH Wolfsberg
Viktor Benzia (50) legt nach fünfeinhalb Jahren seine Funktion als kaufmännischer Direktor mit 1. Oktober 2010 zurück. "Wir bedauern das sehr. Er hat aus eigenem Wunsch gekündigt und will sich einer neuen Herausforderung stellen", sagte Kabeg-Vorständin Ines Manegold dazu. Benzia war zu keiner Stellungnahme bereit. Zu hören ist, dass es zwischen ihm und Manegold Unstimmigkeiten bezüglich der Vertragsverlängerung, die demnächst angestanden wäre, gegeben habe. Demnach wollte Manegold den Direktor-Vertrag nur für ein weiteres Jahr verlängern. Manegold verweist in der Causa auf die Verschwiegenheitspflicht.
Dass sie den Vertrag tatsächlich nur um ein Jahr verlängern wollte, bestätigt Landesgesundheitsreferent Peter Kaiser (SPÖ): "Das hat sie bei einer Sitzung anklingen lassen." Laut Kaiser habe Benzia hervorragende Arbeit geleistet. Seine Kündigung sei ein erstes Indiz für Protest gegen das neue Kabeg-Gesetz, mit dem der Druck auf kaufmännische Direktoren noch größer wird." Die Spitäler können damit jederzeit auf die kaufmännischen Leiter verzichten.










