Vielen steht das Wasser bis zum Hals
34 Insolvenzen im ersten Halbjahr, 96 Villacher in Privatkonkurs. Expertin: "80 Prozent der Fälle hausgemacht."
Die Villacher Wirtschaft hält sich im Allgemeinen sehr konstant und robust", urteilt Barbara Wiesler vom Kreditorenschutzverband von 1870. Im ersten Halbjahr 2010 gingen 34 Unternehmen in Villach-Stadt und -Land in Insolvenz. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 38. Gerne wurde 2009 bereits die allgemeine "Wirtschaftskrise" als Ausrede hingestellt.
Diese lässt Wiesler jedoch ungern gelten: "80 Prozent der Insolvenzfälle sind hausgemacht!" Vor allem kleine Betriebe sind gefährdet. "Viele Unternehmer haben einfach keine kaufmännischen Kenntnisse. Ein Beispiel sind Handwerker, die selbst fleißig arbeiten, doch dem Innerbetrieblichen zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Da bleiben Rechnungen liegen oder Beträge werden nicht eingeholt", warnt Wiesler. "Eine genaue und klar strukturierte Buchhaltung ist wichtig."
Ein Branchentrend ist nicht erkennbar. Die größten Insolvenzen im Bezirk Villach betrafen eine Firma für Estriche und Böden mit 2,7 Millionen Euro Schulden, einen Unternehmensberater mit 2,2 Millionen Schulden und das Parks Hotel in Velden mit 1,9 Millionen Euro Schulden. Auffallend ist jedoch, dass es eher junge Betriebe trifft: 38 Prozent der insolventen Betriebe sind nicht älter als fünf Jahre.
Privatkonkurs
Auch die Privatinsolvenzen stagnierten - bei 96 Verfahren. Das ist eigentlich erfreulich. Durch die Einführung der Kurzarbeit in einigen Betrieben kamen auch viele Villacher in finanzielle Bedrängnis. 63, 3 Prozent der Privatinsolvenzen werden zwar von Männern beantragt, dennoch schlittern auch viele Frauen (36,7 Prozent) in Privatkonkurs. Meist geht diesem eine Scheidung voraus. "Gerade Frauen schlittern oft durch Mithaftungen bei Krediten oder Bürgschaften für ihre Ehemänner in die Schulden." Oft ist der Grund für Privatkonkurse jedoch auch schlichtweg falscher Umgang mit dem eigenen Geld.
Alles in allem ist Wiesler jedoch ganz positiv gestimmt. "Noch zum Jahreswechsel hatte ich mit einem Anstieg gerechnet.
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GRÖSSTE INSOLVENZEN
Zettinig. Die Firma Zettinig Estrich GmbH musste nach Schadensfällen auf einer Wiener Baustelle in die Insolvenz. Die Schulden belaufen sich auf 2,7 Millionen Euro. Die Botec GmbH übernahm den Firmensitz und 20 Mitarbeiter.
Parks. Das 240-Betten-Hotel Parks ist eines der größten Hotels Kärntens. Nach der Insolvenz (1,9 Millionen Euro Schulden) fand Besitzer Willi Feyock mit Wolfgang Hinteregger einen neuen Hotelchef.
Weitere. Unternehmensberater Werner Johne ging mit Gläubigerforderungen von 2,2 Millionen Euro, Immobilienmakler Christian Arneitz mit 1,8 Millionen Euro Schulden, Zahnarzt Till Uehllendahl mit 1,2 Millionen Euro Schulden in Insolvenz.












