Bildung ist die größte Chance
Die Arbeitslosenzahlen sinken derzeit nur leicht. Steigerung bei über 50-jährigen Arbeitssuchenden. Schulungs- und Vermittlungs-Projekte bekommen bald weniger Unterstützung.
Im Sommer ist die Arbeitsmarktsituation meist entspannter. "Die Saisonarbeit ist in unseren Breiten ein wichtiger Faktor", sagt Harald Kelz, Leiter des AMS Villach. 4275 Personen sind derzeit als arbeitssuchend gemeldet, 1283 Männer und 1992 Frauen. Das sind im Vergleich zum Vorjahr um 511 Personen weniger. Eine eklatante Steigerung gab es jedoch bei den über 50-Jährigen - diese machen 22 Prozent der gemeldeten Arbeitssuchenden aus. 141 junge Villacher suchen einen Lehrplatz, 93 offene Stellen stehen ihnen gegenüber. "Damit kommen 1,5 Lehrlinge auf eine Lehrstelle", so Kelz.
Ausbildung nachholen
Viele der Arbeitssuchenden finden aufgrund ihrer mangelnden Qualifikationen keine Beschäftigung. "Bildung und Weiterbildung ist ein Schwerpunktthema", so Kelz. "Der überragende Teil der Gemeldeten hat über die Pflichtschule hinaus keine Ausbildung oder keine abgeschlossene Lehre." Im Auftrag des AMS veranstaltet derzeit das BFI in Villach 22 Kurse mit 300 Kursplätzen. "Wir bieten das Nachholen von Lehrabschlüssen, konkrete Ausbildungen, Übungsfirmen oder Orientierungs- und Beratungskurse", erklärt Norbert Rom vom BFI Kärnten. Sogenannte Transitarbeitsstellen werden in sozialökonomischen Betrieben wie Pro Mente, das Radl oder Contrapunkt geboten. "Neben einer echten Arbeitsstelle bieten wir auch eine Betreuung und Coachings um Langzeitarbeitslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt integrieren zu können", erklärt Sabrina Scumaci das Konzept. Einen Teil der Kosten müssen diese Firmen selbst erwirtschaften, werden sie aber auch vom AMS unterstützt. Dafür muss jedoch eine Vermittlungsquote erreicht werden. "Ein Problem wird hier die Finanzierung. Zukünftig werden wir weniger Geld zur Verfügung stellen können", warnt Kelz bereits vor.











