Wilde Gerüchte: Kinder wegen Organen entführt
Horrorgeschichten über unfassbare Verbrechen in Einkaufszentren haben auch in Kärnten Hochsaison. Der Polizei liegt keine einzige Anzeige vor.

Foto © Fuchs
In einem Einkaufszentrum (EKZ) wird ein Kind entführt. Mitarbeiter reagieren rasch und verriegeln sofort alle Türen. Das Kind wird mit kahl rasiertem Kopf und anderer Kleidung betäubt in der Toilette oder Garage gefunden. Der Grund der Entführung? Organhandel!
In den vergangenen Tagen riefen viele besorgte Leser in der Kleinen Zeitung an und berichteten, dass sie von einem solchen Fall gehört haben: Diesmal im Villacher Atrio. Vor Weihnachten in den Klagenfurter City Arkaden.
Was ist an den Schreckensnachrichten dran? "Das ist ein böses Gerücht", sagen die Manager beider Einkaufszentren, Richard Oswald und Ralph Teuber, unisono. Verunsicherte "Ohrenzeugen" wenden ein, dass die EKZ das verschweigen, um ihr Geschäft nicht zu ruinieren. Doch auch Erich Londer, Villacher Stadtpolizeikommandant, konnte keine Anhaltspunkte für die angeblich vor zwei Tagen stattgefundene Kindesentführung in Villach finden. "Mich wundert es, warum sich die Mutter des angeblich entführten Kindes nicht bei uns gemeldet hat", sagt Londer.
Auch in Graz, Wien und deutschen Städten kursieren solche Horrorgeschichten. Und immer waren die betroffenen Eltern Freunde von Freunden. Viele wissen bei der Verbreitung nicht, dass sie einem modernen Märchen aufgesessen sind - einer Urban Legend, wie der Spinne in der Yucca-Palme. Laut Experten sprechen solche Wandersagen nicht den Verstand an, sondern das Gefühl - das Spielen mit latenten Ängsten.











