Denkmal-Schänder in Villach
Seit seiner Errichtung vor zehn Jahren wird das "Denkmal der Namen" in Villach immer wieder zerstört. Stadt und Gedenkverein beginnen sich jetzt zu wehren.
"Wer auf Namen eindrischt, ist nicht mehr weit davon entfernt, auch auf Menschen einzudreschen", sagt Hans Haider. Er meint damit die Zerstörungsaktionen am "Denkmal der Namen" in der Villacher Innenstadt, das an die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt erinnern soll. Elf Mal wurde das Denkmal in der Widmanngasse seit der Errichtung 1999 selbst Opfer von Gewalt - zuletzt zerstörten im vorigen Dezember unbekannte Täter 25 Glastafeln, auf denen die Namen der vom NS-Regime verfolgten Villacher eingraviert sind. Der Schaden für den Trägerverein "Erinnern-Villach" beträgt diesmal rund 1300 Euro, rechnet Obmann Hans Haider vor. Bislang hat der Verein das Denkmal unbeeindruckt immer neu aufgebaut, jetzt ergreift er erstmals Maßnahmen, um weitere Attacken auf die Erinnerungsstätte zu verhindern.
"Unmittelbar nach der letzten Zerstörungsaktion haben wir dafür gesorgt, dass der Platz rund um das Denkmal die ganze Nacht hindurch gut ausgeleuchtet ist", sagt Robert Kravanja. Er ist der Sicherheitszuständige des Vereins und arbeitet mit einer Security-Firma zusammen, die das Denkmal absichern soll. Demnächst werden an der Glaskonstruktion spezielle Erschütterungssensoren angebracht, die einen stillen Alarm auslösen.
"Auch wenn man die Täter nicht in flagranti erwischt, die genaue Tatzeit ist ein wichtiger Hinweis", ist sich Kravanja sicher. Die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen wird zur Gänze Villach übernehmen wird.
Kravanja vermutet, dass die Bemühungen bereits greifen: "Vor Weihnachten sah es so aus, als würde eine Serie von Anschlägen auf das Denkmal beginnen. Doch seitdem ist nichts mehr passiert." Dass der Verein so lange mit der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen gewartet hat, erklärt Hans Haider so: "Wir sind prinzipiell gegen Überwachung, weil das NS-Regime ja selbst ein brutaler Überwachungsstaat war. Die letzte Zerstörung hat uns aber den Atem geraubt." Und: "Das ist keine blinde Zerstörungswut von jugendlichen Randalierern, da besteht mit Sicherheit ein diffuser rechter Polit-Hintergrund."
Villachs Bürgermeister Helmut Manzenreiter teilt Haiders Beunruhigung nicht. Er kann in der Villacher Jugend keine auffälligen Tendenzen zu rechter Gewalt ausfindig machen.











