Kasernen-Neubau in Villach gestrichen
Ein Opfer des Sparstifts. Minister Darabos gab gestern endgültiges Aus für neue Großkaserne für Villacher Pioniere bekannt. Dörfler protestiert.

Foto © AP/Kienzle (Symbolbild)
Es kann nicht sein, dass in Kärnten bei der Landesverteidigung gespart wird und beispielsweise im Burgenland Geldverschwendung erster Güte praktiziert wird", wettert Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Verteidigungsminister Norbert Darabos verkündete gestern das endgültige Aus für den Villacher Kasernenneubau.
Noch im August präsentierte man sich zuversichtlich bei der Heeresleistungsschau im Atrio. Doch nun bleiben die Pioniere in ihrer alten, beengten Rohrkaserne. "Es ist sehr schade", bedauert der Kärntner Militärkommandant Gunther Spath. "Die Unterbringung in der alten Kaserne ist ausreichend. Sie bleibt wie alle anderen Villacher Kasernen bestehen." Die Entscheidung aus Wien bedauern nicht nur die Soldaten - ihnen hätte der Neubau viele Verbesserungen und vor allem den dringend notwendigen Platz gebracht. Auch Gewerbetreibende sind enttäuscht, sie haben bereits mit dem hochwertigen Industrie-Gewerbegrund der Rohrkaserne geliebäugelt.
Heftiger Protest
Dörfler legt heftigen Protest ein: "Darabos hat Erklärungsbedarf. In Kärnten fehlt es uns an adäquaten Unterbringungen für unsere Soldaten, während im Burgenland ,Wellness-Kasernen' gebaut werden!"
Dörfler betonte die Wichtigkeit der Villacher Heeres-Spezialisten: "Naturkatastrophen der letzten Monate haben gezeigt, dass Kärnten einen dringenden Bedarf an Pionieren, wie jenen in Villach stationierten, hat."
Features
Villachs Kasernen
Rohrkaserne. In Seebach liegt die Heimat der Villacher Pioniere, deren guter Ruf als Spezialisten bei Naturkatastrophen vorauseilt. Die alte Kaserne ist jedoch zu klein und müsste modernisiert werden. Diese Probleme hätten mit der geplanten Großkaserne in Zauchen gelöst werden können.
Henselkaserne. Am Standort auf der Oberen Fellach diskutierte man immer wieder einen großen Ausbau: Das Projekt scheiterte aber schlussendlich an den zu hohen Grundstückspreisen, welche die Besitzer vom Bundesheer verlangten.
Lutschounigkaserne. In der Italienerstraße ist das Quartier der Fernmelder. Auch ihre Liegenschaft ist sehr hochwertig. Diese wäre äußerst Gewinn bringend verkauft worden, hätte es eine Großkaserne in Villach gegeben.











