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Zuletzt aktualisiert: 22.08.2009 um 20:54 UhrKommentare

"Recycling wird in der Zukunft immer wichtiger"

Moderne Abfallwirtschaft ist in Kärnten untrennbar mit dem Namen Peter Seppele verbunden. Und das bereits seit Jahrzehnten.

Müll aus Gewerbe und Privathaushalten wird am Firmengelände im Drautal sortiert und weiterverarbeitet

Foto © PrivatMüll aus Gewerbe und Privathaushalten wird am Firmengelände im Drautal sortiert und weiterverarbeitet

Rohstoffe wiederverwenden statt verschwenden. Das Motto der Feistritzer Unternehmerfamilie Seppele liegt ganz im Zeitgeist. Wenn auf dem weitläufigen Betriebsareal mitten im Drautal Anfang September der 80. Geburtstag des Betriebes gefeiert wird und Peter junior offiziell die Agenden übernimmt, haben die Seppeles ein erfolgreiches Kapitel Kärntner Wirtschaftsgeschichte geschrieben.

"Mein Vater hat mit dem Transport von Urlaubern an den Weißensee begonnen", schildert Peter Seppele senior. "In der damaligen Wirtschaftskrise stellte er den Betrieb dann auf die Milchlieferung von den Bauern zur Molkerei in Villach um." Heute unterteilen die Seppeles ihren Betrieb in drei Sparten: moderne Abfallwirtschaft für Kärnten, Osttirol und die Steiermark; Brennstofferzeugung und Handel im Alpen-Adria-Raum; Dämmstoffe für 20 europäische Länder. "Die Sammlung, Lagerung und Behandlung von gefährlichen und problematischen Abfällen zählt zu unseren Kernkompetenzen", schildern Vater und Sohn. "1996 haben wir damit begonnen, Altpapier ökologisch zu verwerten und daraus Dämmstoffe zu erzeugen - die Marke Thermofloc."

Zeitung und Schilling

Seit Jahren holen sich die Seppeles alte Tageszeitungen vor allem auf dem italienischen Markt und verwandeln diese mit einem speziellen Verfahren in intelligente Produkte für den Hausbau. "Im Zuge der Währungsumstellung haben wir mehr als 1000 Tonnen alter Schilling-Banknoten der Nationalbank ein zweites Leben als Trittschalldämmung ermöglicht." Und weil die Seppeles immer weiterdenken und ihnen die stete Verbesserung ein Anliegen ist, wurde das Unternehmen um den ökologischen Brennstoff Holzpellets erweitert.

Die drei Standorte der Firma Seppele, Feistritz/Drau als Zentrum, der Recyclinghof in Villach und das Pelletswerk in Sachsenburg bieten mehr als 190 Beschäftigten Arbeit, den Langjährigsten seit mehr als 30 Jahren. Und sie erzielen damit einen Umsatz von 35 Millionen Euro. 120 Fahrzeuge sind unter dem Namen Seppele unterwegs, orange Müll-Taxis, Heizstoff-Transporter und viele mehr. Dass das solide Familienunternehmen in Sachen Umwelt keine Kompromisse kennt und mit allen Zertifikaten ausgezeichnet ist, erachten die Seppeles als Selbstverständlichkeit: TÜV, Emas, Iso und Umweltgütezeichen hängen zum Beweis an der Wand. "Unser Geschäft mit dem Müll ist sensibel, man muss auch nach außen transparent, jeder Schritt im Werk nachvollziehbar sein."

Bei der 80-Jahr-Feier am 11. September wird Peter seinen Vater ablösen, der Seppele 40 Jahre lang zum Vorzeigebetrieb ausgebaut hat. "Wir haben sicher Pionierarbeit in unseren Kernbereichen geleistet", fasst er sein Lebenswerk zusammen und blickt für seinen Sohn in eine gute Zukunft. "Der Recycling-Gedanke ist künftig wichtiger denn je."

ELENA MOSER

Foto

Foto © Privat

Peter Seppele, Vater und SohnFoto © Privat

Die Firma Seppele

Chronik. 1929 gründete Hans Seppele die Firma mit einem Linienverkehr zwischen Feistritz/Drau und Stockenboi. 1934 folgte der Fuhrwerksbetrieb. Der Handel mit Brennstoffen begann im Zweiten Weltkrieg. Hans verstarb jung, Gattin Josefine führte den Betrieb neben zehn Kindern weiter, ehe Sohn Peter 1968 die Geschäfte blutjung übernahm.

Müll. 1971 begann Seppele mit der Müllabfuhr, eine Innovation in Wohnblöcken der Gemeinde Feistritz. Dort gab es noch Müllgruben. 1973 startete er die Altpapiersammlung mit dem Roten Kreuz. Das neue Betriebsareal in Feistritz/Drau wurde 1979 angekauft und konsequent erweitert. 1980 Spezialisierung auf Abfalltrennung, Sortierung und Recycling.

Sammlung. Die Seppeles sammeln den Haushaltsmüll von 28 Gemeinden im Mittel- und Oberkärntner Raum. Ebenso Gewerbe- und Industriemüll, der sortiert und weiterverwertet wird. "Die Kärntner sind brave Mülltrenner", bestätigen die Seppeles. 1996 ging der Recyclinghof und die Kfz-Werkstätte in Villach in Betrieb, 2004 das Pelletswerk in Sachsenburg.

Kommentar

Elena MoserNachhaltig von Elena Moser

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