Fast zeitgleich zwei Unfälle in Kärntens Bergen
Tödlicher Absturz einer Villacherin in den Karawanken. Sechs Tiroler gerieten am Großglockner in schweren Steinschlag.

Foto © Martin 4In diesem Bereich am Glockner warteten die Bergsteiger auf ihre Rettung
Bei einem Unglück in den Karawanken verlor gestern eine Alpinistin (56) aus Villach ihr Leben: Sie stürzte gegen 10 Uhr auf der slowenischen Seite der Vertatscha (im Norden grenzt der 2181 Meter hohe Berg an das Bodental bei Ferlach) rund 150 Meter weit über eine steile Felswand ab. Bei dem Absturz erlitt die Frau, die gemeinsam mit ihrem Villacher Cousin (68) und einem weiteren Begleiter unterwegs war, tödliche Verletzungen.
Ein Kärntner Bergsteiger, der Augenzeuge des Unglücks wurde, informierte über den Notruf die Landes-Alarm- und Warnzentrale von dem Unglück. Über das Polizei-Kooperationszentrum Thörl-Maglern wurde beiderseits der Grenze die Rettungskette in Gang gesetzt. Auch die Ferlacher Bergrettung startete unter Leitung von Erwin Ora?e mit sechs Mann zum Einsatz, darunter Alpinpolizei-Ausbildungsleiter Sepp Bierbaumer, der in der Freizeit daheim in Ferlach war.
"Ich habe mit dem Kärntner Augenzeugen telefoniert", berichtet Bierbaumer. "Der Mann hatte sich auf dem Gipfel der Vertatscha noch mit der Alpinistin und ihren Begleitern unterhalten, bevor die Villacher Gruppe den Abstieg antrat." Plötzlich sei die Frau eingeknickt, über die steilen Wiesen gekollert und über die Felswand abgestürzt. Ein Hubschrauber der slowenischen Bergrettung barg die Tote.
Rettung aus der Luft
Um 11.20 Uhr erreichte die Besatzung des in Matrei in Osttirol stationierten Rettungshubschraubers "Martin 4" ein Notruf vom Stüdlgrat (3500 Meter) unter dem Großglockner. "Eine Sechser-Seilschaft aus Tirol war, abseits der Normal-Aufstiegsroute, in schweren Steinschlag geraten", so Flugretter Christian Berger. Am 30-Meter-Tau flog Pilot Hanno Berghofer eine verletzte Tirolerin zur Stüdlhütte, wo Flugärztin Gudrun Walter sie versorgte.
"Nachdem auch die Begleiter der Frau weder vor noch zurück konnten und immer wieder Steine auf sie niederprasselten, haben wir auch die restlichen fünf einzeln geborgen und zur Hütte geflogen", beschreibt Berger den Einsatz. Die Verletzte wurde vom Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Lienz geflogen. Ihre Kameraden, zwei Frauen und drei Männer – alle verwandt – schafften zu Fuß den Abstieg ins Tal.











