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Zuletzt aktualisiert: 04.06.2009 um 15:25 UhrKommentare

Tod eines Pfleglings: Justiz eingeschaltet

Bewohnerin (85) eines Pflegeheimes im Raum Villach verstarb mit mehrere massiven Druckgeschwüren. Pflegemangel? Staatsanwalt ermittelt.

Nach der Anzeige eines Caritas-Pflegeheims wegen des Verdachtes der Freiheitsentziehung muss sich die Staatsanwaltschaft Klagenfurt jetzt mit einem weiteren Pflegefall beschäftigen: Vor wenigen Tagen verstarb eine 85-jährige Bewohnerin eines privaten Pflegeheimes. Sie hatte mehrere massive Druckgeschwüre - etwa an Armen und Fersen. Nach ersten ärztlichen Mitteilungen dürften diese Geschwüre nicht im Zusammenhang mit ihrem Tod stehen.

Verdacht auf Pflegemängel. Sozialreferent Landesrat Christian Ragger sieht trotzdem Handlungsbedarf: Er schaltete wegen des Verdachtes auf Pflegemängel die Staatsanwaltschaft ein. "Es soll geklärt werden, ob ein schuldhaftes Verhalten vorliegt", sagt Siegfried Jost, Referent für Soziales im Büro Raggers. Das könne aufgrund vorliegender Unterlagen nicht ausgeschlossen werden. Die betagte Frau war bis Oktober 2008 zu Hause (Pflegestufe 6). Danach wurde sie abwechselnd im Heim und im Krankenhaus betreut. Zu Beginn der Betreuung wurden keine Druckgeschwüre festgestellt.

Korrekt dokumentiert. Überprüfungen im betroffenen Pflegeheim haben gezeigt, dass das Heim eine korrekte Dokumentation über die Druckgeschwüre geführt hat. Und es ist auch eine regelmäßige ärztliche Betreuung erfolgt. "Wann immer es jedoch den Verdacht auf einem Pflegemangel in einem Heim gibt, bin ich für eine klare Linie", sagt Ragger. "Es muss geprüft und wenn notwendig müssen auch Konsequenzen gezogen werden. Das sind wir den Bewohnern in den Heimen schuldig."

Fachgerechte Behandlung. Druckgeschwüre (Dekubitus) ist eine Schädigung, die durch länger andauernden Druck auf ein Gewebe entsteht. Es treten Wundschäden der Haut und später des Gewebes bis hin zu Knochenschäden auf. Es kommt zu einer verminderten Durchblutung. Zu einer fachgerechten Wundbehandlung gehört die Druckentlastung, die Wundreinigung, das Entfernen nekrotischer Beläge, die Infektionsbekämpfung und ein phasengerechter Wundverband.

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

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