"Es war das Paradies für uns Kinder"
Das Zillerbad lockte schon vor hundert Jahren Badewillige an. Erinnerungen gibt es zuhauf.

Foto © Repro RaderIm Zillerbad, hier das Nichtschwimmerbecken, suchten Wasserratten jahrelang Abkühlung und Entspannung
Wenn jetzt die Frühlingssonne warme Sommertage herzaubert, werden die schönsten Jugenderinnerungen an das Zillerbad wach. Der Villacher Diethard Mörtl erinnert sich: "In den 1950er-Jahren gab es, je nach Einkommen, drei Möglichkeiten des Badevergnügens: Das warme Zillerbachl, das auch bei Fröschen und Bauern, die ihre Schafe darin badeten, beliebt war. Das Zillerbad mit moderaten Eintrittspreisen. Und das Freibad Warmbad, das sich die Herrschaften leisten konnten."
Anteil an den Wasserrechten. Der Name "Zillerbad" erinnert an den Erbauer, den Judendorfer Bauern Lukas Pinter vulgo Ziller. Er besaß einen Anteil an den Wasserrechten der Therme und wollte diese nutzen. Erst baute er ohne behördliche Genehmigung, diese bekam er erst ein paar Jahre später.
Sandspielplatz. Das Bad hatte einiges zu bieten: ein großes Becken mit Nichtschwimmer-Abteilung, einen schönen Sand-Spielplatz und eine weitläufige Liegewiese. Die 90-jährige Jone Gurker erzählt: "Ich war vor fast einem halben Jahrhundert mit den Kindern dort. Für die war es ein Paradies; sie mussten nicht immer brav und still sein. Wir genossen den Trubel."
Bad wurde verkauft. Damals hatte das Bad bereits neue Besitzer: Die Wirtschaftskrise der 30er-Jahre hatte Lukas Pinter in Nöte gebracht, sodass er schweren Herzens das Bad an die Familie Tschamer verkaufen musste. Diese betrieb es siebzig Jahre, 2006 wurde es geschlossen. Die frühere Besitzerin und jetzige Seniorchefin Helga Lukeschitsch weiß den Grund: "Die Erneuerung der Wasseraufbereitung und ein Umbau wären zu teuer gewesen." Nachsatz: "Es ist aber nicht gesagt, dass nicht wieder etwas daraus wird."












