Wo alles auf den Kopf gestellt wurde
Die politische Landschaft im Bezirk Villach Land hat sich verwandelt. Wir präsentieren die stärksten Gewinner, die größten Verlierer - und die neuen "Absoluten".
D>ie SPÖ ist in unserer Gemeinde mehr oder weniger zertrümmert", erklärt der Hohenthurner ÖVP-Bürgermeister Florian Tschinderle. Des einen Freud, des andern Leid, könnte man in diesem Fall sagen, denn seine Partei konnte zwölf Prozent zulegen und stellt im Gemeinderat jetzt die Absolute. Warum die SPÖ von 37,39 Prozent auf 16,82 Prozent hinunterrasselte, kann sich SP-Spitzenkandidat Heinrich Krivitsch nicht erklären. "Das ist unbegreiflich. Ich brauche jetzt erst einmal Zeit, um mich zusammenzuklauben", sagt Krivitsch. Noch eines sticht in Hohenthurn heraus: Die slowenische Wählergemeinschaft konnte ein Mandat zulegen und verwies das BZÖ auf Platz vier.
Keine Machtgedanken. Anders sieht es in Feld am See aus. Hier fuhr das BZÖ mit Bürgermeisterkandidat Erhard Veiter die Absolute ein. "So richtig begreifen kann ich das noch nicht. Erstaunt hat mich vor allem, dass wir auch als Partei die Absolute erreichen konnten", so Veiter, der ja als Nachfolger von Langzeitbürgermeister Richard Maier angetreten ist und auf Anhieb mit 63,68 Prozent zum neuen Bürgermeister gewählt wurde.
Verantwortung. Eine große Verantwortung sieht der BZÖ-Bürgermeister von Afritz am See, Maximilian Linder, auf sich zukommen. Er fuhr nicht nur als Bürgermeisterkandidat, sondern auch mit seiner Partei eine Absolute ein. "Das große Vertrauen, das mir entgegengebracht wird, nehme ich beeindruckt zur Kenntnis. Ich möchte aber alle meine Kollegen dazu aufrufen, weiter für das Wohl unserer Gemeinde mitzuarbeiten", sagt Linder. In den Ausschüssen wolle er auf jeden Fall allen Parteien ein Mitspracherecht gewähren: "Machtgedanken sind mir fremd."
Absolute erreicht. Dasselbe gilt auch für Hans Jörg Kerschbaumer, BZÖ-Bürgermeister von Stockenboi. Auch er konnte sowohl in der Funktion als Bürgermeister als auch als Partei die Absolute erreichen. "Dieser Wählerauftrag birgt hohe Erwartungen, die wir in wirtschaftlich schwierigen und unruhigen Zeiten erfüllen müssen", so Kerschbaumer. Deshalb wolle er immer den Konsens suchen, um "dieses Ziel auch erreichen zu können".
Wahlbeteilung. Die höchste Wahlbeteiligung gab es übrigens in der Gemeinde Feistritz/Gail. 95,44 Prozent der Bevölkerung schritten zur Wahlurne, um fast einstimmig Dieter Mörtl (ÖVP) zum Bürgermeister zu wählen. 84,82 Prozent machten bei ihm ein Kreuzerl. Auch die Partei erreichte mit 60,74 Prozent die Absolute. Die "Wahlmuffel" im Bezirk sind in Treffen angesiedelt. Nur 77,60 Prozent nutzten ihr Wahlrecht, um damit die Absolute der SPÖ unter Bürgermeister Karl Wuggenig zu beenden.












