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Zuletzt aktualisiert: 03.01.2009 um 21:45 UhrKommentare

Raucher-Trennung ist noch nicht "luftdicht"

Villacher Gastronomen ärgern sich über neues Rauchergesetz. Umbauten sind sehr kostenintensiv. Viele nützen daher Übergangsfrist und hoffen auf einheitliches Nichtrauchergesetz.

Eine strikte Trennung von Rauchern und Nichtrauchern gibt es bereits im Parkcafé von Benno Tosoni

Foto © SchwingerEine strikte Trennung von Rauchern und Nichtrauchern gibt es bereits im Parkcafé von Benno Tosoni

Alles andere als zufrieden zeigen sich die Villacher Gastronomen vom neuen Rauchergesetz, das am 1. Jänner in Kraft getreten ist. Tenor: Es wird die gesamte Verantwortung einfach auf die Wirte übertragen. Zudem wären die erforderlichen Umbaumaßnahmen sehr kostenintensiv - und vielleicht in absehbarer Zeit wieder überflüssig. Nämlich dann, wenn seitens der EU ein generelles Rauchverbot zwingend vorgeschrieben wird.

"Schonfrist". Viele Wirte nützen daher die Chance, einen Umbauplan für die Trennung von Rauchern und Nichtrauchern einzureichen. Damit hat man noch eine "Schonfrist" bis Juni 2010. "Unser Lokal ist bereits zum Großteil ein Nichtraucherbetrieb. Für Raucher gibt es ein Extrazimmer", erklären Brigitte und Christian Kaufmann vom gleichnamigen Lokal in Villach. Für eine luftdichte bauliche Trennung wurde ein Plan eingereicht. "Wir hoffen, dass bis zum Ende der Übergangsfrist eine eindeutige Lösung gefunden wird", sagt Christian Kaufmann. Sollte dies nicht der Fall sein, werde man zu einem Nichtraucherlokal. "Der Umbau würde rund 30.000 Euro kosten und keiner weiß, ob nicht kurz danach doch ein generelles Rauchverbot in Kraft tritt."

Es brodelt. Für Jutta Tosoni - Parkcafé und Rathaus-Café (RC) - gibt es für die derzeitige Regelung nur ein Wort: furchtbar. Besonders beim RC sind große bauliche Maßnahmen erforderlich, da das Café sich auf zwei offenen Ebenen befindet. "Früher haben wir alles aufgemacht, jetzt müssen wir wieder zumachen", ärgert sich Jutta Tosoni. Rund 30.000 Euro würde der Umbau kosten. Pläne wurden eingereicht. "Für den ersten Stock ist Rauchfreiheit vorgesehen", sagt Tosoni, die von der ganzen Diskussion aber nicht allzu viel hält. "Jeder Gastwirt soll selbst entscheiden dürfen."

Voll oder fast leer. Seit 1. Jänner getrennt wird aber bereits im Parkcafé. Der vordere Teil ist Nichtraucherzone, in der hinteren Lounge sind die Raucher angesiedelt. "Das Ergebnis? Hinten ist alles übervoll, der vordere Bereich der Nichtraucher fast leer", sagt Tosoni. Auch das Café Stern am KaiserJosef-Platz hat bereits eine räumliche Trennung vorgenommen - allerdings noch nicht luftdicht. Pläne für den Umbau haben Geschäftsführer Martin Pohl und Andreas Mörtl schon eingereicht. "Eine Glasfront wird die Räumlichkeiten trennen, der jetzige Raucherbereich wird zur Nichtraucherzone", sagt Mörtl. Das ist auch für das "Stern" im Atrio geplant. Kosten für beide Umbauten: 35.000 Euro. "Da muss man schon einige Kaffees dafür verkaufen", sagt Mörtl.

HARALD SCHWINGER

Neue Regelungen

Raucherräume: Seit 1. Jänner ist das Rauchen nur mehr in eigens dafür abgetrennten Raucherräumen möglich.

Klein: Besitzer von Lokalen, die kleiner als 50 Quadratmeter sind, können selbst über die Art des Lokals entscheiden.

Frist: Wer einen Umbauantrag gestellt hat, hat eine Übergangsfrist bis Juni 2010.

Kommentar

Harald SchwingerBrenzlig von Harald Schwinger

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