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    Zuletzt aktualisiert: 14.09.2008 um 05:00 UhrKommentare

    Zellstoff Rechberg: Mahnmal gebrochener Versprechen

    Rechberg ist neben Magdalen das zweite Zellstoff-Desaster der Kärntner Politik. Die ehemaligen Mitarbeiter kämpfen noch immer um die ihnen versprochene Entschädigung.

    Unermüdliche Kämfper für die Rechberg-Veteranen: Michael Pepelnar (links) und Friedrich Schwarz.

    Foto © Just Unermüdliche Kämfper für die Rechberg-Veteranen: Michael Pepelnar (links) und Friedrich Schwarz.

    Klar und frisch ist die Luft im Vellachtal in Unterkärnten. Links und rechts strecken sich bewaldete Steilhänge dem blauen Himmel entgegen, in der Talsohle hört man das Rauschen des nahen Vellach-Bachs. Idylle, wie man sie öfters erleben sollte. "Und was haben die Menschen davon? Können die von der guten Luft leben?" wirft Michael Pepelnar ein und holt einen zurück auf den Boden der Tatsachen - auf das Gelände des ehemaligen Zellstoffwerks Rechberg-Obir.

    Einst 1000 Mitarbeiter. Hier stand einst ein mächtiger Industriebetrieb, 1000 Leute fanden Arbeit, bei der Schließung 1990 waren es immer noch 250. Doch Rechberg ist mehr als ein ehemaliger Industriestandort, es ist auch Mahnmal leerer Politiker-Versprechen und zeigt die Folgen von Misswirtschaft der öffentlichen Hand und nationalistisch geleiteter Entscheidungen.

    Tschuschen-Werk.Es ist ein ganzes Bündel an Vorwürfen, dem Friedrich Schwarz und Michael Pepelnar seit fast 20 Jahren nachgehen. "Rechberg-Veteranen" nennt sich der Verein ehemaliger Mitarbeiter des Werks. "Erst im Laufe der Jahre haben wir erkannt, wie man damals mit uns umgesprungen ist."

    Von Italiener ausgebaut. Damals! Das war ab Mitte der 80er Jahre. Das Zellstoffwerk war gerade aus seinen eigenen Trümmern auferstanden. Eine italienische Eigentümerin hatte das Werk ausgebeutet, weder Betriebsmittel noch Gelder für die Arbeiter waren vorhanden. "Über Umwege konnten der damalige Bürgermeister von Eisenkappel-Vellach, Josef Lubas, und Landesfinanzreferent Hans Schober das Werk der slowenischen Papierindustrie schmackhaft machen.

    Beschimpft. Die brauchte nämlich den Zellstoff", erzählt Schwarz. "Tschuschen" war noch das freundlichste, was die Rechberger zu hören bekamen. "Dabei war das eine rein österreichische Gesellschaft, wenngleich mit jugoslawischem und Schweizer Kapital ausgestattet." Einen Einstieg des Landes lehnte die Politik damals kategorisch ab. 1984 sollte man sich beim Zellstoffwerk Magdalen folgenschwer anders entscheiden.

    "Er hat uns belogen". Im betonierten Boden versenkt sieht man die Fundamente von mehr als 60 Stützen, auf das sich einst das Dach der Produktionshalle stützte. "Dass das Werk damals die Luft im Tal verpestete, wussten wir, aber bis 1986 wurden 100 Millionen Schilling investiert, weitere 500 Millionen lagen bereit, um das Werk umwelttechnisch zu sanieren." Die Umsätze stimmten, 250 Arbeiter lebten, wie auch die Bauern aus der Umgebung, die ihr Holz als Rohstoff verkauften, vom Werk. Wie konnte es also so weit kommen, dass nun gerade noch ein Skelett einer Lagerhalle steht?

    Lügen. "Der hat uns belogen", spricht Schwarz und zieht ein Foto aus seiner Mappe. Drauf steht "Er hat Euch nicht belogen", links davon ein Bild des wahlkämpfenden Jörg Haider anno 1995. Rechts auf dem Foto Pepelnar und Schwarz, wie sie vor dem Plakat protestierten. Am 25. Juli 1989 unterschrieb Jörg Haider als Landeshauptmann den Wasserrechtsbescheid, der ein Einleiten der Abwässer in die Vellach verbot. "Das brachte die Weiterführung des Werkes zu Fall", so Miro Varsek, Präsident des Werk-Eigentümers Slovenja Papir. Vier Mitar

    Resigniert? Dass der Bescheid später vom Verwaltungsgerichtshof aufgehoben wurde, ist lediglich Formsache. Aufgesperrt wurde nicht mehr. "Stattdessen versprach Haider jedem von uns 20.000 Schilling. Geld das wir nie erhalten haben", sagt Schwarz. "Bis heute nicht!" stimmt Pepelnar ein. In Summe wären es etwa 363.000 Euro gewesen. Doch es sind nicht die 20.000 Schilling, die die beiden so aufregen. "Geld in dieser Größenordnung wird heute einfach so vergeben", meint Schwarz. "Wie heißt noch schnell dieser Steuerberater aus Villach? Birnbaumer, Birnberger, Birn...?" Birnbacher. "Ja genau der! Dem wollten sie gleich zwölf Millionen Euro geben, aber derlei ist man ja gewohnt", sagt Schwarz mit dem Unterton des Resignierens.


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    Das blieb vom ehemaligen Zellstoffwerk Foto © Just

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