Hochleistungssport im Dienst der Allgemeinheit
Gestern fand im Stadion Lind in Villach der 17. Bundesfeuerwehrjugendleistungsbewerb statt. Die drei besten Teams vertreten Österreich nächstes Jahr bei der Olympiade in Tschechien.
Geht es nach Manfred Seidl, Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes, steht es um die Florianijünger so gut wie noch nie. "Jeder 25. Österreicher ist Mitglied einer Feuerwehr", sagt Seidl.
Lautstark. Die Begeisterung, die unser Land für seine freiwilligen Löschtrupps an den Tag legt, wurde gestern im Stadion Villach Lind greif- und hörbar. Wer es nicht besser wusste, hätte glauben können, hier findet ein Fußballländerspiel mit hoch dotierten Mannschaften statt. Doch das ohrenbetäubende Gejohle und Getröte galt keinen Kickern, sondern Kindern. Feuerwehrkindern, um genau zu sein. Denn gestern fand auf dem grünen Rasen des Stadions der 17. Bundesfeuerwehrjugendleistungsbewerb statt. Villach war erstmals der Veranstaltungsort.
Schlatenbummler. "Es ist eine Ehre für uns, den Bewerb ausrichten zu dürfen. Schließlich wird er frühestens in 18 Jahren das nächste Mal wieder in Kärnten stattfinden", sagt Harry Geissler. Der Brandinspektor arbeitet im Organisationsteam und muss an diesem Tag an vielen Ecken gleichzeitig sein. "Es sind 46 Mannschaften hier mit jeweils zehn Mitgliedern. Dazu kommen noch die Betreuer und natürlich die unzähligen Fans", sagt Geissler. Diese Fans - oder eher Schlachtenbummler - füllen die Tribüne im Stadion Lind bis auf den letzten Platz. Drei Stunden lang brüllen sie sich für ihr Lieblingsteam die Lungen aus dem Leib.
Der Bewerb. Die Feuerwehr-Kids in der Arena bleiben angesichts dieser Kulisse ruhig und konzentriert. Für sie gelten nur die zwei vor ihnen stehenden Wettbewerbe: Ein Hindernisparcour und ein Staffellauf. Das erste von vier Kärntner Teams, dass sich der Herausforderung stellt, ist Vassach. Sie müssen den Hindernis- und den Staffellauf nicht nur möglichst schnell, sondern auch fehlerfrei absolvieren. Doch Staffelstarter Christian Stichauner rutscht schon am ersten Hindernis ab. Das kostet wertvolle Sekunden.
Improvisiert. Die Burschen und Mädchen aus Kellerberg gehen entspannter an ihren großen Auftritt, obwohl - oder gerade weil - sie nicht mit ihrer Stammmannschaft am Start sind. "Wir hatten fünf Ausfälle und mussten uns kurzfristig umstellen. Wir haben jetzt das jüngste Team", sagt Jugendbeauftragte Bianca Steiner. Gruppenkommandant Lukas Köffler sieht's nicht so eng. "Wir werden das schon schaffen. Hauptsache, es macht Spaß", sagt der Elfjährige.
Auf nach Olympia. Obwohl der sportliche Wettkampf im Vordergrund steht, sind viele Jungfeuerwehrleute mit sehr viel Ehrgeiz bei der Sache. Kein Wunder, die Sieger dürfen bei der Olympiade 2009 in Tschechien für Österreich an den Start gehen. Also ist es verständlich, wenn sich der Zehner aus St. Jakob im Rosental über einen Fehler ärgert. "Einer ist in die Wassergrube getreten. Sowas passiert, trotzdem ist es schade um den Punkt", sagt Gruppenkommandant Martin Lessnigg.
Leistung. Die über 400 Jugendlichen - Burschen wie Mädchen - haben gestern in Villach viel geleistet. Nicht zuletzt zeigten sie, wie wichtig die Freiwillige Feuerwehr in unserem Land ist.










