Ex-Chef wirbt Forscher ab
Ex-Infineon-Chef Schumacher wirbt Forscher ab. Sparpaket bremst Wachstum.

Foto © APASchumacher fischt in Villach nach Mitarbeitern
Was macht ein Chef, der aus dem Unternehmen gegangen wird? Wenn er gut war, wird er eine Zeit lang Unternehmensberater und kommt irgendwann in seine alte Branche zurück. Eines der besten Beispiele dafür ist Ulrich Schumacher. Der einstige Infineon-Vorstandschef ging erst zur weltweit tätigen Anlagefirma Francisco Partner und ist seit vergangenem September "President und CEO" von Grace Semiconductor im chinesischen Shanghai.
Operatives Geschäft.
Ende Jänner diesen Jahres holte Schumacher einen der besten Chip-Manager der Welt: den ehemaligen Infineon-Vize Werner Reczek. Der nunmehrige Leiter des operativen Geschäfts von Grace, der bei Infineon-Villach tätig war, hat Erfahrung im Aufbau von Halbleiter-Fabriken. Reczek leitete vor seinem Ausscheiden bei Infineon den Aufbau der zu Villach gehörenden Fab in Kulim, Malaysien.
Entwicklungschef.
Grace startete als Auftragsfertiger für große Chipkonzerne, bald könnte es Eigenentwicklungen geben. Dazu holte sich Schumacher mit Thomas Neyer einen weiteren Villacher als Entwicklungschef.
"Branchenüblich".
Insidern zufolge sollen noch weitere Mitarbeiter dem Ruf nach Asien gefolgt sein. Unternehmenssprecherin Ingrid Lawicka bestätigt einen weiteren, ebenfalls zu Grace abgewanderten, Mitarbeiter. Große Sorgen macht man sich darüber nach außen hin beim Halbleiterkonzern nicht. "Das ist branchenüblich. Jedes Hightech-Unternehmen versucht, die besten Leute zu bekommen. Auch wir haben unlängst zwei Top-Entwickler von Mitbewerbern holen können", meint Lawicka, die aber auch bestätigt, dass Schumacher sehr offensiv um Villacher Entwickler gebuhlt haben muss: "Es wurden viele gefragt, fast alle haben aber abgesagt und uns die Treue gehalten."
Sparpaket.
Unterdessen arbeitet man bei Infineon an einem Sparpaket. Nach den - durch die Speichertochter Qimonda verusachten - Verlusten müssen nun die Kosten runter. Hinter den Kulissen soll Aufsichtsrats-Chef Max-Dietrich Kley an einer Fusion mit der ehemaligen Philips-Chiptochter NXP oder ST Micro arbeiten.
"Kein Abbau".
Österreich soll laut Vorstandschefin Monika Kircher-Kohl keinen Jobabbau mitmachen müssen. Allerdings werden zu den 2900 Mitarbeitern auch keine neuen Posten dazu kommen. Lediglich 30 Forschungsjobs sollen ausgeschrieben werden - dabei handle es sich aber großteils um Nachbesetzungen. Zudem soll Anfang Juni ein neues Forschungs- und Entwicklungsgebäude in Villach eröffnet werden.











