Strahlende Klänge von Brahms und Beethoven
Jubel für die Westdeutsche Sinfonia in Villach.
"Ich sehe ein, dass das Werk so eine Zwittergestalt und nichts Rechtes ist. Ich hatte so eine schöne, große Idee von meiner erster Symphonie und nun?" So enttäuscht äußerte sich Johannes Brahms über die ursprünglich als Oktett komponierte Serenade Nr. 1 in D-Dur, op. 11, die eigentlich eine Symphonie hätte werden sollen. Aber sein persönlicher Komplex vor dem "symphonischen Riesen" Ludwig van Beethoven ließ den jungen Brahms diese Form wählen, wobei symphonischer Ton und Serenadenton sich stets die Waage halten und viele Anklänge an dessen "Pastorale" und Haydns Londoner Symphonie Nr. 104 mehr als bloße Erinnerungszitate erkennbar sind.
Vital. Schon bei diesem heiteren, sechssätzigen Werk erwies sich die Westdeutsche Sinfonia unter Dirk Joeres als klanglich ausbalanciertes und sehr vital musizierendes Ensemble, wenngleich doch einige Mängel in punkto Genauigkeit und Intonation, letztere vor allem bei den Bratschen und Celli, auffielen.
Strahlender Klang. Viel wohler fühlte man sich im Congress Center Villach dann beim "Riesen" selbst: Ludwig van Beethovens "Siebente", die vielleicht melodienreichste, gefälligste und fasslichste unter allen seinen Symphonien und von Wagner zu Recht als "Apotheose des Tanzes" bezeichnet, wurde vom deutschen Orchester mit großer Exaktheit, mitreißender Verve und strahlendem Klang unter der stets befeuernden, manchmal etwas eckigen Zeichengebung seines Chefdirigenten wiedergegeben. Großer Jubel!











