Villacher KirchtagRichard Pfeiler geht als Kirchtagsobmann - und eine Frau folgt ihm nach

Richard Pfeiler (61), langjähriger Obmann des Villacher Kirchtagsvereins, tritt von dieser Funktion zurück. Als Begründung nennt er die politische Einflussnahme.

Ex-Kirchtagsobmann Richard Pfeiler
Ex-Kirchtagsobmann Richard Pfeiler © Helmuth Weichselbraun
 

Am Donnerstag erst trat der Villacher Kirchtagsverein zu seiner Beitratssitzung zusammen. Dass darin zwischen Bürgermeister Günther Albel und Obmann Richard Pfeiler nicht die beste Atmosphäre herrschte, ist nach außen gedrungen. Via Facebook hat Pfeiler nun seinen Rücktritt als Obmann bekannt. Als Begründung nennte er "politische Einflussnahme".

Pfeiler - er ist nach wie vor SPÖ-Gemeinderat - verweist im Gespräch mit der Kleinen Zeitung auf sein Facebookposting (siehe unten): "Da steht alles drin." Er sei bei der Generalversammlung entlastet worden und übergebe einen gut vorbereiteten nächsten Kirchtag. 

Pfeiler im Wortlaut

Liebe Villacher Kirchtags FreundInnen und Interessierte!

Schweren Herzens aber mit klarem Verstand verabschiede ich mich heute aus meinen Kirchtagsfunktionen.

Die Rahmenbedingungen für den Villacher Kirchtag haben sich seit 2013 grundlegend geändert. Wurde bis zu diesem Jahr der Kirchtag vom Verein Villacher Kirchtag veranstaltet, wird er seitdem von der zweckmäßigerweise gegründeten Villacher Kirchtag GmbH durchgeführt. Es gilt also das GmbH-Gesetz(GmbHG). Dieses Gesetz sieht u.A. Haftungsbestimmungen für Geschäftsführer und Aufsichts- bzw. Beiräte vor. Die Geschäftsführung ist per Gesetz verpflichtet „die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes anzuwenden“.

Ausschlaggebend für meine Entscheidung sind die Vorgänge bei der jüngsten Sitzung des Beirates der Villacher Kirchtag GmbH. Die Art und Weise wie verantwortungsbewusste, fundierte Entscheidungsgrundlagen der Geschäftsführung vom Tisch gewischt und durch politische Einflussnahme ersetzt wurde. Das zu akzeptieren kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.

Schweren Herzens aber mit klarem Verstand ziehe ich mich daher mit sofortiger Wirkung aus meinen Funktionen im Verein und in der GmbH des Villacher Kirchtages zurück.

Der Villacher Kirchtag war für mich eine meiner schönsten Lebensaufgaben und ist zu einer echten Villacher Erfolgsgeschichte geworden. Den Villacher Kirchtag durch konsequente Arbeit aus dem „Ballermann und Festa-della-Birra“-Image herausgeführt und zu einem renommierten, qualitätsvollen österreichischen Brauchtumsfest gemacht zu haben erfüllt mich mit Stolz.

Das Selbstverständnis meiner Kirchtagsarbeit war nicht nur Verantwortlicher, sondern in erster Linie ein guter Gastgeber zu sein. Trotz der Dimension den zigtausend Besuchern ein Fest zu bereiten wie ich es für gute Freunde und mich selbst machen würde. Für die Menschen musste spürbar sein, dass das Fest auch den Organisatoren Spaß und Freude macht.

Natürlich liegt der wahre Erfolg in echter Teamarbeit. Allen die dabei kräftig mitgeholfen haben und diesen Weg mitgegangen sind danke ich sehr herzlich und bleibe ihnen freundschaftlich verbunden. Stellvertretend nenne ich die Großbauern der Villacher Bauerngman und die Geschäftsführer meiner Amtszeit, zuletzt Michael Vodicka und Johann Presslinger.

Euer
Richard Pfeiler

Formal ist der Kirchtagsobmann ein von ihm in den Verein entsandter "Stellvertreter". Operativ organisiert wird das Brauchtumsfest vom Geschäftsführer der zuständigen Gesellschaft der Stadt, Joe Presslinger. Die Nachfolge Pfeilers tritt nun eine Frau an: Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser. Die langjährige Kulturreferentin pflege laut Albel beste Kontakte zur Unternehmerschaft.

Kirchtagsobfrau Gerda Sandriesser
Kirchtagsobfrau Gerda Sandriesser Foto © KK

Der Abgang Pfeilers überraschte Albel laut Aussendung nach der emotionalen Sitzung nicht. In einem Telefon-Interview eine Stunde zuvor meinte er hingegen noch, er habe erst über Facebook vom Rücktritt Pfeilers erfahren. Albel übt im Abgang auch Kritik an Pfeiler: "Es ist sehr bedeutsam, wie man mit seinen Partnern umgeht und nicht in Ordnung, diesen über die Medien auszurichten, dass von heute auf morgen die Gebühren erhöht werden sollen. Vor allem auch, wenn eine Gesellschaft wie die Kirchtags GmbH, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet, selbst Gewinne erzielt. Dieses Vorgehen war für alle Mitglieder des Kirchtagsvereins und der Kirchtags GmbH nicht nachvollziehbar und hat für große Verunsicherung und Unmut darüber hinaus gesorgt." Immerhin dankt er ihm aber auch für die Arbeit der vergangenen Jahre.

Auswirkungen auf Pfeilers Gemeinderatsmandat - etwa einen Austritt aus der SPÖ-Fraktion - erwartet Albel nicht. "Das eine ist der Kirchtag, das andere die Politik."

Was Pfeiler als Kirchtagsobmann erreicht hat

In Pfeilers Ära als Kirchtagsobmann fällt ein über Villach hinaus anerkannter Qualitätsschub für Österreichs größtes Brauchtumsfest. Unter seiner Regie wurden zum Beispiel Verstärker und Partymusik vom Hauptplatz verbannt. Gemeinsam mit den Veranstaltern der Wiesenmärkte in St. Veit und Bleiburg gründete Pfeiler die "IG Kärntner Volksfeste".

Für die "IG Kärntner Volksfest" bedauert der St. Veiter Wiesenmarktreferent und ÖVP-Vizebürgermeister Rudi Egger Pfeilers Rückzug, er sei für ihn aber nachvollziehbar: "Wir verlieren einen großartigen Partner und Freund in dieser Funktion. Die IG Volksfeste war immer frei von politischen Einflüssen, ich hoffe, dass auch seine Nachfolger dies im Interesse der Volksfeste fortführen wird."

Im Kirchtagsverein selbst hatte es zuletzt Diskussionen über eine von Pfeiler vorgeschlagene Indexanpassung der Standgebühren gegeben. Sie wurde am Donnerstag abgeblasen.

Villacher Kirchtag: Trachtenfestzug

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Danke für Ihr Verständnis.

Kärntner007
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Der Pfeiler wird dringend in Klagenfurt gebraucht


dort ist ein Pfeiler einfach nicht genug für ein stabiles Politfundament!

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Doris2004
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Eine positive Veränderung

Ich finde es sehr positiv dass es zu Veränderungen kommt. Gerda Sandriesser hat das Herz am richtigen Fleck!
Ebenso unser Bürgermeister Albel, es stehen genug Leute hinter euch.

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wussly
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Gerda!!! Bist Du's selber - oder nur eine Verwandte???

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GordonKelz
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ALBEL.........!!

....wie lange noch, schreibt ein User....!!?
Wir haben in Villach nur eine Frau Gerda Sandriesser!!! Wenn man überall wo Albel etwas verbockt, eine Frau Sandriesser hinsetzen wollen, um den verfahrenen " Karren ", woimmer der Bürgermeister in den FETTNAPF steigt, wieder flott zu kriegen, dann wird es eng....!
Herr Albel, wir haben nur eine Frau Sandriesser, soll Sie sich Vierteilen, um überall wo Sie nichts als verbrannte Erde hinterlassen, die Blumen wieder zum Blühen bringen soll.... Mir persönlich wäre es auch lieber, das es weit mehr Frau Mag. Gerda Sandriesser gäbe.... Aber dann wären Sie, Herr Albel, nicht Bürgermeister geworden.....!!!
Gordon Kelz
gordon.kelz@a1.net

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ronny999
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Albel wie lange noch?

Wie lange noch müssen wir Villacher Albel noch ertragen - wie viele seiner Stimmen waren eigentlich noch für Manze - auch wenn er formell gewählt wurde. Rückgrat ist halt so eine Sache! Wieder ein Punkt in Wikipedia! Nach seiner Abwahl wird er wohl als der unfähigste Bürgermeister von Kärnten in dieser Periode eingehen. Auch eine Leistung......

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Momi60
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Abdanken...

Wie alle wissen, ist die "Blütezeit" für alle Veranstaltungen überall etwas rückläufig und so geht es halt auch in Zukunft den so hochwertigen Kultur-Veranstaltungen ein bisl an den Kragen. Denn Steigerungen in irgendeiner Form hätte es nicht mehr gegeben... Nur Schade dass es auf diese unfriedliche Art ging...

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GordonKelz
4
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RICHARD PFEILER.....

MIR GLABT JO KANA....!!!!

Gordon Kelz
gordon.kelz@a1.net

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