VillachJapanischer Pilz: Eschensterben wird nun akut

Hälfte der Eschen in Region ist vom Eschensterben durch japanischen Pilz bedroht. Rodungen haben punktuell schon begonnen.

Stark befallener Eschen-Bestand des Waldes der Stadt Villach im Bereich Fellach © KK/Privat
 

Der Name klingt harmlos: Weißes Stängelbecherchen. Dieser sogenannte Schlauchpilz hat es allerdings in sich. Seit Jahren sorgt der aus Japan eingeschleppte Pilz für Eschensterben in ganz Europa. Auch in der Region Villach ist das Problem akut. Aktuell sind 50 Prozent aller Eschen befallen. „Teils ist es von außen sofort erkennbar, teils aber auch nicht. Der Pilz dringt ins Holzinnere und bringt auch die Wurzeln zum Absterben. Die Bäume können ohne äußere Einflüsse plötzlich umfallen“, sagt Bezirksforstinspektor Peter Honsig-Erlenburg.

Im Osttirol etwa müssen aufgrund des Eschentriebsterbens noch im April rund 400 Eschen gerodet werden. Auch in Villach kommt es bereits jetzt punktuell zu Rodungen. „Generell empfehle ich jedem Waldbesitzer oder Wegerhalter, den Baumbestand – nicht nur am Rand, sondern bis zu 25 Meter in die Tiefe - zu kontrollieren, weil entlang von öffentlichen Wegen der Grundeigentümer bzw. Wegerhalter haftet. Im Zweifelsfall rate ich zur Schlägerung.“ Auf verstärkte Kontrollen entlang von öffentlichen Straßen, Parks und Kinderspielplätzen setzt auch die Stadt Villach. Insgesamt fallen 12.000 Stadt-Bäumen, darunter 500 Eschen, in ihren Aufgabenbereich. „Es sind sowohl Jung- als auch Altbäume von der Erkrankung betroffen. Aktuell ist die Lage aber nicht gravierend“, sagt Wolfgang Faller vom Stadtgarten Villach. Auf großflächige Rodungen will die Stadt verzichten. „Im Stadtpark Landskron waren vor einiger Zeit alle 40 Eschen befallen. Da haben wir die Zweige zurückgeschnitten, mittlerweile haben sich die Bäume wieder erholt“, sagt Faller.

Ein befallener Baum Foto © (c) APA/HERBERT PFARRHOFER

Stärker erkennbar ist der Befall hingegen im stadteigenen Wald. „Auf den 70 Hektar ist der Eschenbestand aber mit 5,8 Prozent nur sehr gering“, meint Faller. Reagiert wird, in dem die bisher drittwichtigste Baumart der Region (nach Eiche und Buche) nicht mehr nachgepflanzt wird. Experten rechnen so schnell nicht mit Entwarnung. „Aus dem Osten nähert sich mit dem japanischen Prachtkäfer schon der nächste Schädling. Er ist aktuell in der Ukraine und wird früher oder später bei uns die Eschen noch weiter zurückdrängen“, sagt Honsig-Erlenburg.

Kommentieren