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VILLACH

"Braver Hund" biss Gerichtsgutachter

Eine 84-Jährige wurde durch eine Hundeattacke verletzt. Der Hundehalter wollte beweisen, dass Tier "äußerst brav" ist. Doch bei der Untersuchung durch einen Sachverständigen schnappt der Hund erneut zu.

© AP
 

Tragisch, grotesk, empörend - so sind die Zutaten eines Prozesses, der vor zweieinhalb Jahren in Villach begann. Eine Pensionistin begegnet einer jungen Frau mit einem Bull-Mastiff-Mischling an der Leine. Die 86-Jährige weicht aus, doch beim Vorübergehen schnappt der Hund nach dem Oberschenkel der betagten Dame, erwischt aber nur die Hose und etwas Haut. Doch die Frau stürzt, erleidet schwere Nasenverletzungen und muss drei Tage im Spital bleiben.

Der Villacher Rechtsanwalt Herwig Hasslacher vertritt das Opfer gegen den Hundehalter - er ist Arzt - und die junge Frau. Hasslacher: "Die beiden haben den Hund als äußerst zahm dargestellt und behauptet, meine Mandantin sei aus Ängstlichkeit hingefallen. Das wollten sie mit einem tiermedizinischen Sachverständigen beweisen."

Gutachten

Das übernahm der angesehene Ferlacher Tierarzt Alexander Rabitsch. Hasslacher: "Die Hundeführerin kommt mit dem Tier - Kopfhöhe 70 Zentimeter, Gewicht 37 Kilo. Der Sachverständige beginnt mit der Untersuchung. Doch als er den Kopf des Hundes berühren will, schnappt der unvermittelt zu. Dank einer Reflexreaktion kam es nicht zum Biss, sondern zur leichten Berührung der Zähne am Handrücken. Das Blatt hatte sich schlagartig gewendet." Das zeigt das Gutachten: "Es kann in der mitteleuropäischen Gesellschaft nicht angehen, dass ein Hund unter vorgeblicher Kontrolle der Besitzer den sich annähernden Menschen, wenn auch nur defensiv, attackiert."

Die Pensionistin kann kaum durch die schiefe Nase atmen, hat Angst vor Hunden und traut sich selten hinaus, weil sie durch Nase und Narben entstellt ist. Hasslacher: "Die Gegenseite wollte nicht, dass meine Mandantin eine Verunstaltungspauschale bekommt. Sie argumentierten, das Geld stehe nur ledigen jungen Menschen zu. Älteren Menschen würde eine Verunstaltung das Leben nicht verschlechtern. Doch das Gericht entschied, dass auch ältere Menschen das Recht auf gutes Aussehen haben." Hasslacher erstritt 5500 Euro für die Frau.

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