St. Veit, Klagenfurt

Erneut vier Einsprüche gegen Sicherheitsausbau der S 37

Bürgerinitiative Neumarkt und Grundstücksbesitzer legten Beschwerde gegen Bescheid des Ministeriums ein, der keine UVP vorsieht. Nun ist Bundesverwaltungsgericht am Zug.

Die S 37 soll zu keiner Transit-route werden, sagen die Bürgerinitiativen © (c) Helge Bauer
 

Noch immer kein grünes Licht für den Sicherheitsausbau der unfallträchtigen Klagenfurter Schnellstraße (S37) zwischen St. Veit und Maria Saal. Jetzt wird die Causa sogar zum Fall für das Bundesverwaltungsgericht (BVwG).

Vier Parteien haben gegen den Bescheid des Verkehrsministeriums – der keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Ausbau vorsieht – Beschwerde eingelegt. Darunter sind drei Grundstücksbesitzer und die Bürgerinitiative Neumarkt, die mit 15 weiteren Bürgerinitiativen seit Jahren gegen den Ausbau der S 37 auf Kärntner Seite und jenem der Murtal Schnellstraße (S 36) auf steirischer Seite kämpft.

(c) KLZ/Walcher
Haller ist einer der Beschwerdeführer © (c) KLZ/Walcher

„Mit einer Salamitaktik wird hier versucht, eine Transitroute durchzubringen. Mehr Kontrollen und Disziplin sollten die Lösung sein “, sagt Herbert Haller von der „Bürgerinitiative St. Georgen am Längsee gegen Transit“. Um Existenzangst geht es bei Beschwerdeführer Rudolf Keiblinger-Bartsch, Besitzer des „Wurzerhofes“ in St. Veit, dem ältesten Bio- und Demeterbetrieb Österreichs: „Unsere Äcker liegen neben der S 37. Mehr Verkehr heißt mehr Schadstoffe. Können wir Grenzwerte nicht einhalten, droht uns die Sperre des Betriebes.“

57 Unfälle

Das 80-Millionen-Euro-Projekt der Asfinag sieht vor allem die Verbreiterung der Fahrbahn sowie Betonleitwände vor. 29.000 Menschen passieren die S 37 bisher täglich, 57 Unfälle (14 Verletze) gab es im Vorjahr.

Ob der Sicherheitsausbau planmäßig Anfang 2017 erfolgen kann, hängt nun vom BVwG ab, das kein Kommentar zu Erfolgschancen der Beschwerde abgeben wollte. Eine Entscheidung fällt frühestens in sechs Monaten. „Wir gehen aber davon aus, dass wir im Plan bleiben können“, so Asfinag-Geschäftsführer Alexander Walcher.

Ins Rollen gebracht hatte das UVP-Feststellungsverfahren der Naturschutzbeirat. Er verzichtete nun aber auf weitere Schritte und fordert stattdessen noch vor dem Sicherheitsausbau eine Section Control als „erste Sicherheitsmaßnahme“.

LISA HOLZFEIND

Kommentare (8)

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baldasar
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Go

Schluss mit neuen Strassen,wo bleibt der Bahn Ausbau von Klagenfurt nach unzmarkt..

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genau1a
4
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Ganz meiner Meinung. Da wird zubetoniert was das Grüne noch hergibt (St.Georgen bei Judenburg: man macht eine Unterführung und oberirdisch wird noch mehr zubetoniert mit sinnlosen Kreisverkehren). Im Sinne des Klimaschutzes müssen solche Aktionen (versiegelte Flächen) negativ bewertet bzw. als Umweltverbrechen gebrandmarkt werden! Auch eine andere Regierung wird an dem nicht viel ändern - leider.

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gratej
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Sicherheitsausbau

Ist eine Formulierung, die gut gewählt ist, denn wer jetzt noch dagegen ist, ist ja damit auch gegen Sicherheit.
Überhaupt nicht manipulativ.

Ironie off

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FRFR
8
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Wer schützt uns vor den Umweltschützern ?

Die paar Toten kann man doch in Kauf nehmen ?
Oder eine Idee: Immer wenn der Herr Haller zu Hause ist, hißt er eine rote Fahne, dann herrscht Fahrverbot auf der S 37 .
Hier herrscht wieder einmal das Floriani-Prinzip.

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buergerrecht
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Re: Wer schützt uns vor den Umweltschützern ?

Leichte Verwirrung in ihrer nicht wirklich durchdachten Wahrnehmung?
Zum einen sind ein Anstieg der Unfälle durch vermehrten Verkehr nicht auszuschließen. Weiters wird der Schwerverkehr durch einen Ausbau hierhin verlagert. Eine UVP wird aufgrund dieser Fakten und der Umweltschädigung bewusst unterlassen. Das Florianiprinzip haben Sie gründlich missverstanden, die rote Fahne bedarf einer Erläuterung. Polemik sollten Sie in Fragen Gesundheit der Bevölkerung, überdenken!

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wjs13
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Schwachsinn

eine Schnellstrasse ohne Mittelleitblanken zu bauen war kriminell genug. Die Korrektur des Fehlers zu verhindern gehört gerichtlich geahndet.
Beim nächsten Frontalen mit Toten die Verhinderer wegen fahrlässiger Tötung verklagen.

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buergerrecht
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Re: Schwachsinn

Die derzeitige Geschwindigkeitsbegrenzung sollte beibehalten werden, lediglich die Vignettenpflicht sollte aufgehoben werden. Genau diese ist der Grund für den Ausbau. Übrigens ist es niemals die Straße, die Todesopfer fordert, sondern verantwortungslose oder unkonzentrierte Autolenker! Die Zeiten für Raser und Schnellfahrer sind endgültig vorbei. Letztendlich müssten Ihren Vorstellungen zufolge, allen Bundes- und Landesstrassen ein Fahrverbot auferlegt werden.

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wjs13
4
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ziemlich abenteuerlich

mir zu unterstellen, dass ich Bundes-und Landesstrassen sperren will, nur weil ich für 4-spurige Autostrassen, nachweislich die gefährlichsten Strassenabschnitte, die Leitplanken fordere.
Und dann auch noch das grenzwertige Argument der US-Waffenlobby auf unsere Strassen zu übertragen --> Kopfschüttel

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