SelbstversuchEine saubere und anstrengende Nachtschicht auf der Wiesn

Wenn die Besucher des St. Veiter Wiesenmarktes längst schlafen, rücken die Profis vom Reinigungsteam aus. Redakteurin Sandra Müllauer hat mit den nimmermüden Helden der Nacht Dienst geschoben.

Gerold Walter, Sandra Müllauer und Herbert Auer (von links) © Markus Traussnig
 

Ehrlich gesagt, hatte ich ein wenig Angst vor diesem Selbstversuch. Mit den Bauhof-Profis über die Wiesn gehen und dabei helfen, das Gelände wieder aufzupolieren. Es wird viel gefeiert, dachte ich gleich. Alkohol in Verbindung mit wilden Fahrgeschäften ist oft eine schlechte Mischung. Zudem bin ich kein Morgenmensch. Und als mitten in der Nacht der Wecker klingelte, war ich kurz davor, ihn gegen die Wand zu werfen. Dennoch komme ich pünktlich um 4.30 Uhr (!) zur Blumenhalle in St. Veit, wo ich auf Herbert Auer treffe. Der 55-jährige Mitarbeiter des Bauhofes ist mit 32 Jahren Berufserfahrung ein „alter Hase“.


Zusammen mit ihm und seinem Kollegen Gerold Walter würde ich über das Gelände gehen. Ich bekomme einen Besen in die Hand gedrückt und ab geht es auf das Rennbahngelände. Bis 7 Uhr ist es für Besucher gesperrt. Der erste Blick überrascht mich, es ist nicht so dreckig, wie ich befürchtet habe. „Die Kehrmaschinen sind in vollem Einsatz. Aber unter der Woche ist es generell weniger dreckig“, so Auer. „Nach dem Eröffnungssamstag war es besonders schlimm. Da sind wir knietief im Müll gestanden. Dann gab es noch Probleme mit der großen Kehrmaschine und wir mussten viel mit der Hand zusammenkehren.“

Reportage Muell Putztrupp St. Veiter Wiesenmarkt Oktober 2017
Die Kehrmaschine macht Druck Foto © Markus Traussnig

Was das Schlimmste war, das sie je gefunden haben, frage ich. Walter: „Eine Alk-Leiche.“ Eine Leiche? „Nein, nein, er war noch nicht tot, aber es hat nicht viel gefehlt. Wir haben sofort die Rettung gerufen.“ Ansonsten „das Übliche“: Papiere, Scherben, Essensreste. „Es gibt auch Menschen, die es nicht mehr auf die Toilette schaffen“, sagt Walter. „Fäkalien und Erbrochenes finden wir öfter, das putzt aber die Kehrmaschine weg. Nur, wenn es zwischen den Hütten liegt, müssen wir das selbst wegputzen.“

Selbstversuch: So arbeiten die Putztrupps beim Wiesenmarkt


Die Kehrmaschine rückt an, wir können mit Besen den Müll von den Seiten in die Mitte und direkt vor sie schieben. Macht man das wie ich ein paar Minuten, ist es kein Problem, doch über Stunden geht die Arbeit auf Arme und Rücken. Fallen zur Wiesenmarktzeit mehr Arbeitsstunden an? „Nein“, sagt Auer. „Die Zeit bleibt die gleiche, nur die Arbeit ist mehr, die Wiesn arbeiten wir vor unserer Runde ab.“ Dies sei neben Fasching und Krampusumzug die stressigste Zeit im Jahr. Und man muss sich beeilen, denn bis die Lieferanten kommen, muss alles sauber sein.

 

Für die Putz-Profis gibt es beim Wiesenmarkt viel zu tun Foto © Markus Traussnig

Während wir in der Marktstraße noch Flaschen, Papier und ein luftloses Luftballon-Einhorn zusammenkehren, fängt es an zu regnen. Ob es nicht lästig sei, bei jeder Witterung draußen arbeiten zu müssen? „Schnee und Regen stören mich nicht, aber im Sommer stinkt der Müll, da ist mir die Kälte lieber“, sagt Walter.
Jede Menge Müll muss entsorgt werden Foto © Markus Traussnig
Kurz nach 6 Uhr darf ich meinen Besen abgeben, die Männer müssen ihre Runde fortsetzen. „Du hast dich gut geschlagen, heute gab es aber auch nicht so viel tun“, sagt Auer. Darüber war ich aber auch froh!

Wiesenmarkt: Riesiges Feuerwerk

Das Wiesn-Feuerwerk

Markus Traussnig

Das Wiesn-Feuerwerk

Markus Traussnig

Das Wiesn-Feuerwerk

Markus Traussnig

Das Wiesn-Feuerwerk

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