Schloss Grades"Das Gastmahl der Esther" gibt Rätsel auf

Zügig voran schreiten die Sanierungsarbeiten im Inneren des historischen Gebäudes. Spannende Details wurden bei einem Deckengemälde des bekannten Barockmalers Josef Ferdinand Fromiller entdeckt.

Constantin Staus-Rausch mit dem "Gastmahl der Esther" © Wilfried Gebeneter
 

Es springt sofort ins Auge: Der Innenhof von Schloss Grades hat sich seit dem letzten Besuch im November des Vorjahres verändert. Weißer Kies wurde aufgeschüttet und lässt den Hof gleich viel heller und freundlicher wirken. "Die Gemeinden Metnitz und Straßburg haben uns bei der Gestaltung tatkräftig unterstützt", sagt Schlossherr Constantin Staus-Rausch erfreut. Im Inneren hat sich seitdem auch Einiges getan.

Die Sanierungsarbeiten gehen zügig voran. Der gelbe Salon war jener Raum, der heuer als erstes restauriert wurde. Die Decke war massiv übermalt, millimeterdicke Kalkfarbschichten wurden entfernt. Die ursprüngliche Farbschicht wurde freigelegt. Allein die Restaurierung der imposanten Stuckdecke hat fünf Wochen in Anspruch genommen. Im Zuge der Arbeiten wurden in der Wand Steine entdeckt. "Dabei handelte es sich um Fenstergewände. Das war früher eine Außenwand", sagt der Kunsthistoriker. Erstes Mobiliar befindet sich bereits im Raum. Der Boden wird noch hergerichtet und eine Heizung eingebaut.

Auch zwei fürstbischöfliche Gästezimmer erstrahlen in neuem Glanz. In einem Raum wurde eine Malerei entdeckt, die einen Asiaten zeigt. Das könnte eine Allegorie für den asiatischen Kontinent sein. Bereits vor längerer Zeit wurde an anderer Stelle ein Gesicht mit Federkrone freigelegt. Schon damals wurde gemutmaßt, dass es sich um eine Allegorie für den amerikanischen Kontinent handeln könnte. In den vergangenen Tagen waren die Restauratoren Harald Wiedergut und Hubert Nageler im großen Salon beschäftigt. Der Stuck wurde freigelegt, gereinigt, ausgebessert und mit Kalk bemalt. Im Zuge der Deckenrestaurierung hat das Leinwandgemälde "Das Gastmahl der Esther" von Josef Ferdinand Fromiller erstmals seit 300 Jahren seinen angestammten Platz verlassen.

 

Schloss Grades: Neuer Glanz in alten Mauern

Die Restauratoren Harald Wiedergut (links) und Hubert Nageler restaurieren die Stuckdecke im großen Salon (Fromiller-Saal).

Wilfried Gebeneter

Im Medaillon wird nach der Restaurierung wieder das Fromiller-Gemälde platziert.

Wilfried Gebeneter

Der Stuck wird freigelegt, gereinigt, ausgebessert und mit Kalk bemalt.

Wilfried Gebeneter

Staus-Rausch mit dem Fromiller-Deckengemälde "Das Gastmahl der Esther", das jetzt restauriert wird.

Wilfried Gebeneter

Die Person links unten könnte Josef Ferdinand Fromiller darstellen.

Wilfried Gebeneter

Restaurierte Stuckdecke im gelben Salon

Wilfried Gebeneter

Gelber Salon - die ersten Möbel sind schon da

Wilfried Gebeneter
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Schlossherr Constantin Staus-Rausch zeigt auf eine Malerei, die einen Asiaten darstellen könnte.

Wilfried Gebeneter

Eines der fürstbischöflichen Gästezimmer

Wilfried Gebeneter

Im Innenhof des Schlosses wurde neuer Kies aufgeschüttet.

Wilfried Gebeneter
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Der Restaurierung des Gemäldes sieht Staus-Rausch schon mit Spannung entgegen. Nach der ersten genauen Inspizierung wurde mit einem Mohr ein Detail entdeckt, das vorher nicht zu sehen war. Auch geht man davon aus, dass es sich bei einer der dargestellten Personen um ein Selbstporträt Fromillers handelt. "Mir ist nur ein Selbstporträt bekannt und es sieht diesem sehr ähnlich", sagt Staus-Rausch, der für die Restaurierung des Gemäldes Sponsoren sucht. Der bedeutendste Kärntner Barockmaler sei aber – so Staus-Rausch – viel zu wenig erforscht, dass sich diese Vermutung auf Anhieb bestätigen lässt. Staus-Rausch hofft zudem, dass sich herausfinden lässt, was es mit den Signaturen auf dem Hundehalsband auf sich hat. Die Restaurierung des Gemäldes ist sehr aufwendig und wird den Winter über dauern. "Zuerst werden die Malschichten gefestigt, dass nichts mehr runterfallen kann und danach gereinigt", sagt Wiedergut. Schließlich werden die Risse geschlossen und das Bild neu gespannt.

Schloss Grades

Geschichte. Mit dem Bau wurde im 12. Jahrhundert begonnen. Aus der Festung wurde im 17. Jahrhundert ein Barockschloss.
Gegenwart. Constantin Staus-Rausch erwarb das Schloss 2015 und revitalisiert das historische Gebäude. Die Anlage soll ein Zentrum der kulturellen Begegnung werden.
Führungen. Bis Oktober jeden Sonntag um 15 Uhr. Nähere Informationen auf www.schloss-grades.at.

Bis November wird noch gearbeitet. Bis dahin soll der Osttrakt fertig sein. Im April kommenden Jahres geht es dann wieder los. Das Hauptaugenmerk wird auf der Fassade liegen. Die Risse sollen nach und nach geschlossen werden.

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