St. Veit/Glan

Leopold Sucher lädt mit 96 Jahren zur Ausstellung

Trotz des stolzen Alters von 96 Jahren ist der St. Veiter Leopold Sucher künstlerisch sehr aktiv – und lädt zur Vernissage in den Rathaushof, wo er zusammen mit dem Lavanttaler Hubert Hochleitner ausstellt.

Leopold Sucher inmitten seiner Werke in seiner „Galerie 90“ © Steinmetz
 

Sein Leben war – im wahrsten Sinne des Wortes – vorgezeichnet. Denn schon der Großvater des St. Veiter Künstlers Leopold Sucher war K&K Hofmaler, hat dort die Persönlichkeiten der Monarchie portraitiert.

Suchers Vater hat in der Herzogstadt einen Malerbetrieb samt Farbenhandlung, die er später übernommen hat. Und auch im Alter von 96 Jahren greift der St. Veiter noch immer zum Pinsel. Seine Werke stellt er ab morgen, gemeinsam mit dem Lavanttaler Hubert Hochleitner im St. Veiter Rathaushof aus. Die Ausstellung trägt den Titel „186 Jahre Lebende Kunst“.

Mit 14 Jahren begann der heute 96-Jährige eine Malerlehre im elterlichen Betrieb. Sein Vater war zudem Innungsmeister der Maler. Einer seiner ersten Aufträge lautete, zwei Bilder zu malen – eines mit Rosen und eines mit Seerosen. Sucher: „Das habe ich dann auch gemacht. Die beiden Bilder habe ich übrigens noch immer.“ Der Abschluss des Auftrages war gleichzeitig der Auftakt seiner künstlerischen Karriere.

Vernissage und Ausstellung

Eröffnung. Die Ausstellung wird morgen um 18 Uhr im Rathaus St. Veit von Bürgermeister Gerhard Mock und Vizebürgermeister Rudi Egger, Bezirksleiter des Kärntner Hilfswerkes, eröffnet.

Dauer. Die Werke können bis 10. März während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt sowie käuflich erworben werden.

Seine Bilder, einige Hundert sind im Laufe der Jahrzehnte zusammengekommen, entstanden immer „nebenbei“. „Ich male immer dann, wenn ich Lust dazu verspüre. Es gibt für mich kein Muss“, sagt Sucher, der sein Interesse und Talent teils auch an die Kinder, Enkel und Urenkel weitergegeben hat. „Mehr als eine halbe Stunde schaffe ich aber nicht mehr. Die Augen lassen schon nach.“ Das Malen diente aber nicht nur der persönlichen Entfaltung, manchmal auch dem persönlichen Vorteil. So malte er im Zweiten Weltkrieg unter anderem Portraits von Offiziers-Gattinnen. Sucher: „Dafür hat es dann ein ordentliches Essen gegeben. Oder Tabak, den ich wiederum gegen Essen getauscht habe.“

Tricks und Techniken

Beigebracht hat sich der Künstler das Malen größtenteils selbst. Seine Tricks und Techniken gab er hingegen in unzähligen Malkursen weiter. Was die Techniken oder Motive betrifft, hat er keine Vorlieben. Und so werden im Rathaus rund 50 verschiedenste Werke zu sehen sein. Abseits der Ausstellung sind sie auch im „Atelier 90“ in der St. Veiter Bräuhausgasse zu sehen. Das Atelier hat sich der Künstler zum 90. Geburtstag „geschenkt“.

Und dort werden, geht es nach Sucher, in Zukunft auch noch weitere, neue Bilder zu sehen sein, denn an ein Karriereende denkt der rüstige St. Veiter noch lange nicht: „Solange ich eine ruhige Hand habe, werde ich malen. Bis ich einmal meine Augen zumache.“

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