VierbergelaufDer Lauf wurde vom Kaiser verboten und vom Volk geliebt

Habsburger Joseph II. (1741 bis 1790) ließ den Vierbergelauf im Jahr 1787 verbieten. Die Gläubigen akzeptierten das nicht, hunderte Pilger trotzten dem Verbot.

Tausende Pilger werden auch heuer am Dreinagelfreitag den Weg über die vier Berge in Angriff nehmen © Helmuth Weichselbraun
 

Um Mitternacht von Donnerstag auf den sogenannten „Dreinagelfreitag“, den zweiten Freitag nach Ostern, startet alljährlich die Wallfahrt auf die vier Gipfel in der Nähe von St. Veit. Ausgehend vom Magdalensberg folgen die Teilnehmer den Vorbetern auf den Ulrichsberg und den Veitsberg bis zum Lorenziberg. Der St. Veiter Kunsthistoriker Heinz Ellersdorfer erinnert sich an seine erste Teilnahme: „Es war im Jahre 1961, ich war damals knapp 20 Jahre alt und es gab noch keinen Bus und kein Taxi zum Magdalensberg, wir mussten zu Fuß zum Ausgangspunkt.“

Die Tradition dieser Wallfahrt soll bis in die keltische Zeit zurückreichen, historisch nachgewiesen ist sie seit dem späten Mittelalter. Von da an strömten die Pilger regelmäßig zu den vier heiligen Bergen, bis vor 230 Jahren die Wallfahrt verboten wurde. „Doch der Kärntner lässt sich sein Brauchtum nicht nehmen“, sagt Ellersdorfer, „auch von einem Kaiser nicht.“

Vierbergelauf: Tausende Menschen pilgern wieder

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Der im Sinne der Aufklärung handelnde Habsburger Joseph II. (1741 bis 1790) ging als „Reformkaiser“ in die Geschichte ein. Neben Staats- und Wirtschaftsreformen ordnete Joseph auch Änderungen im Kirchenbereich an, die sich in der Schließung von Klöstern, der Vereinfachung des Zeremoniells, der Abschaffung von Wallfahrten, Feiertagen und anderen Formen der Volksfrömmigkeit manifestierten. Dies traf die noch tief im traditionellen Umfeld verankerte einfache Bevölkerung hart und blieb unverstanden.

Der Kärntner lässt sich sein Brauchtum nicht nehmen, auch von einem Kaiser nicht. Hunderte Pilger waren damals zum verbotenen Vierbergelauf gekommen. 

Heinz Ellersdorfer, Kunsthistoriker

Als die Vierbergewallfahrt im Jahre 1787 verboten wurde, fanden sich trotz der kaiserlichen Sperre etliche hundert Personen ein, um den alten Brauch weiter auszuführen. „Durch die Einschränkung der josefinischen Reformen konnten zwar nicht alle erforderlichen Messen abgehalten werden, aber die Wallfahrer wollten keinesfalls auf ihren Pilgerweg verzichten“, sagt Ellersdorfer, der selbst 26 Mal die 50 Kilometer absolvierte.

„Die Bevölkerung war nicht bereit, die im Geiste der Aufklärung vorgenommenen Änderungen zu akzeptieren. Selbst die Pfarrherren der Landgemeinden verblieben bei den alten Gewohnheiten, um nicht in Konflikt mit ihren Gemeindemitgliedern zu geraten.“

Kurz vor seinem Tod im Jahre 1790 widerrief Joseph II. dann viele seiner überstürzten Reformen. Die Vierbergewallfahrt blieb bestehen und weiterhin kommen die Pilger aus dem ganzen Land nach Mittelkärnten. Denn, wer mindestens dreimal am Vierbergelauf erfolgreich teilnimmt, dem soll, so heißt es, ein Platz im Paradies gesichert sein.

Rund um den Lauf

50 Kilometer und 2.500 Höhenmeter in etwa 16 Stunden sind zu absolvieren.

Magdalensberg, 1059 Meter; Ulrichsberg 1022 Meter; Veitsberg 1171 Meter, Lorenziberg 971 Meter.

Fünf Messen werden auf dem Weg gelesen, drei religiöse Andachten abgehalten. Der Zug der Wallfahrer wird angeführt von Kreuzträgern und Vorbetern. In den Beschwernissen der Wanderung wird das Leiden Christi nachempfunden. Waren es früher religiöse Motive, um Sünden loszuwerden oder die Hoffnung, dass Wünsche in Erfüllung gehen, so stehen heute Geselligkeit und sportliche Betätigung im Vordergrund.

Kommentare (2)

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amse84ik
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Warum wird der VIERBERGEMARSCH

laufend als Vierbergelauf beschrieben????Wohne direkt neben der Strasse wo fast alle Vierbergler vorbeiMASCHIEREN .Habe schon zehntausende gesehen - aber keine 100 LAUFEN gesehen !!

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ulrichsberg2
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Humorvoll betrachtet:

Wie kann der ehemalige Kaiser den Vierbergelauf verbieten, wenn doch der heutige Kaiser so gerne langläuft.

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