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Landwirte in St. Veit haben "Bioniergeist"

"Bio Austria Kärnten", das Netzwerk der Kärntner Biobauern, ist heuer 30 Jahre alt. Der Bezirk ist auf diesem Sektor stärkster im ganzen Land.

 

359 Bio-Betriebe und 9425 Hektar biologisch bewirtschaftete Flächen: Sich diese Zahlen an die Fahne zu heften, darf den Bezirk durchaus mit Stolz erfüllen. "St. Veit ist auf dem Biobauernsektor Kärntens Vorzeigebezirk. Spittal an der Drau als zweitstärkster Bezirk verfügt nur über 3800 Hektar Bio-Anbaufläche", sagt Christian Perkounig, Geschäftsführer von "Bio Austria Kärnten". Welche Gesichter und Geschichten verbergen sich aber hinter diesen Zahlen? Die Kleine Zeitung bat einige St. Veiter Bio-Bauern zu Wort.

"Ich habe immer schon gerne Fisch gegessen und habe als Jägerin einen starken Bezug zur Natur", sagt Sieglinde Prenter. Die St. Veiterin pachtete 2002 als landwirtschaftliche Quereinsteigerin den "Zedleggerhof" in Dellach, der bereits über zwölf Naturteiche mit Quellwasserzufluss verfügte - eine optimale Voraussetzung zum Aufbau einer Bio-Fischzucht. Prenter ergriff diese Chance, kaufte Fische und Bio-Futter zu und wurde 2004 schließlich mit dem Bio-Gütesiegel zertifiziert. Ihre Regenbogen- und Bachforellen, Bachsaiblinge und "Kärntna Laxn" vertreibt sie in Direktvermarkung sowie auf dem Bio-Markt in Klagenfurt.

Qualität darf kosten

Als einer von insgesamt acht Kärntner Bio-Bauern auf die Weidegans gekommen ist wiederum Christoph Gruber.

Er verkauft seit 2001 Weidegänse. "Ich war damals auf der Suche nach einer ,Nische', liebe die Tiere und verfüge auch über die notwendigen Weideflächen", sagt der Betreiber des "Gasselhof" in St. Georgen am Längsee. Von Mai bis Oktober zieht er alljährlich 270 österreichische Gänseküken biologisch auf und verkauft sie ab Hof als "Martinigansl" und für den Weihnachtsbraten. "Die Nachfrage ist auf alle Fälle vorhanden. Da sich die meisten Leute so ein Gansl nur einmal im Jahr leisten, legen sie Wert auf Herkunft und Qualität", so Gruber. Eine ganz besondere "Bio-Methodik" verfolgen Gerti und Willi Erian. Sie bewirtschaften ihren Hof nach dem "Demeter"-Prinzip. "Vor etwa 30 Jahren wurden einige unserer Kühe nicht mehr trächtig. Auf der Suche nach der Ursache riet mir ein Tierarzt, meinen Hof nach der ,Demeter'-Lehre neu zu organisieren. Seitdem gibt es keine Probleme mehr", sagt Willi Erian, der seine Getreide- und Milchprodukte ab Hof und am Bauernmarkt in St. Veit verkauft.

"Immer schon Bio" war Horst Ragoßnigs "Malmeggerhof" in Weitensfeld. "Möglichst naturnahe zu arbeiten war für mich schon vor Beginn aller Gütesiegel, Kontrollen und Förderpolitiken ganz selbstverständlich. Dass ich den Hof dennoch zertifizieren ließ, hatte vor allem wirtschaftliche Gründe", sagt Ragoßnig. Obwohl er sich "für die Politik hinter der Marke Bio nicht ganz begeistern" könne, halte er die strengen Kontrollen für wichtig. "Schließlich würden sich sonst alle ein ,Bio' an die Fahne heften, nur um an die Fördergelder zu kommen", so der Landwirt, der zudem Mitglied bei der Organisation WWOOF (World-Wide Opportunities on Organic Farms) ist, die freiwillige Helfer für Bio-Bauernhöfe auf der ganzen Welt vermittelt. Ragoßnig: "Wir hatten schon Helfer aus Amerika, Finnland und Japan. Vor allem die Westeuropäer verwechseln so einen Aufenthalt leider oft mit einem billigen Urlaub und werfen das Handtuch, sobald es anstrengend wird."

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