Ryanair ließ jungen Kärntner sitzen

Weil sein Handgepäck zu groß war und er den Aufpreis nicht zahlen konnte, musste ein 16-jähriger Schüler aus St. Veit an der Glan auf einem Londoner Flughafen am Boden bleiben. Erst am nächsten Tag konnte er nach Hause fliegen.

 

Schlagzeilen gehören ebenso zum Geschäftsmodell von Ryanair wie Flüge zum Schnäppchenpreis. Frag nach bei Ryanair-Boss Michael O'Leary und seiner Idee einer WC-Gebühr im Flugzeug, die sich als Scherz herausstellte. In Sachen Freundlichkeit und Kundenservice hat die Billigfluglinie nicht den besten Ruf, was jetzt auch ein junger Kärntner bestätigen kann. "Eine Frechheit, das ist Abzocke und Geldbeschaffung", sagt Philip Jost (16) aus St. Veit.

Millimeterfrage

Der junge Mann durfte am Samstag nicht vom Flughafen London Stansted nach Klagenfurt zurückfliegen, weil sein Handgepäcks-Koffer zu groß war. "Dabei wohnt meine Mutter in England, ich war sie schon öfter besuchen und war immer mit diesem Trolley im Flugzeug." Beim Gate wurde der Koffer diesmal abgemessen und für einige Millimeter zu groß befunden. Für 35 Pfund Aufpreis könne er mitfliegen, hieß es am Ryanair-Desk. Da Jost nicht so viel Geld bei sich hatte, wollte er schnell zum Bankomat. "Aber die Dame hat gesagt, dass das nichts bringt und das Gate schon geschlossen ist - ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das Gate zu war."

Der Kärntner, der laut eigenen Angaben rechtzeitig am Flughafen war, ärgert sich über das Verhalten der Ryanair-Mitarbeiter: "Keiner hat mir geholfen, die haben mich einfach so stehen gelassen und extrem unfreundlich behandelt." Seine Schwester Melanie, die auch nach Klagenfurt zurückflog, berichtete zudem, dass andere Passagiere mit größeren Koffern problemlos an Bord durften. Seine Mutter musste hunderte Kilometer fahren, um Philip abzuholen und am nächsten Tag wieder zum Flughafen zu bringen. "Wir haben dann für 300 Euro einen neuen Flug nach Graz, gebucht", erzählt Vater Reinhold Jost, der stinksauer auf Ryanair ist und sogar rechtliche Schritte in Erwägung zieht. "Das alles hat uns viel Zeit, Geld und Ärger gekostet. Was ist, wenn das jemanden passiert, der weniger gut Englisch spricht?"

Ryanair-Sprecher Stephen McNamara verweist auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. "Jeder Passagier darf gratis ein 10 Kilo schweres Handgepäckstück mit an Bord nehmen." Auch die Größe ist limitiert. "Wer das nicht einhält, muss das Gepäck einchecken."

Kommentieren

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.