Wanderin von Kühen attackiert: Land schließt Versicherung ab
Dritter Zwischenfall mit Rinder auf Almen binnen zwei Monaten. Urlauberin (52) am Tschiernock von Kühen überrannt und schwer verletzt.

Foto © APA
Serienrippenbrüche, ein gebrochener rechter Daumen, Prellungen und Abschürfungen am ganzen Körper. Schmerzhaft endete Sonntagabend eine schöner Urlaubstag für eine 52-jährige Bankangestellte aus Gelsenkirchen. Die Frau war Sonntag gegen 19.30 Uhr in Begleitung ihres Gatten (54) auf dem Rückweg von einer Almwanderung im Bereich des Tschiernocks, Gemeinde Seeboden, unterwegs. Beim Abstieg Richtung Tal führte der Wanderweg an einer Weide vorbei, auf der sich fünf Kühe mit ihren Kälbern befanden. Die Urlauber hatten ihren Hund an der Leine, von dem sich die Rinder offenbar bedroht fühlten. Die Kühe liefen auf das Ehepaar zu. Die Frau ließ daraufhin ihren Hund los, doch es war bereits zu spät. Eine Kuh streifte die Frau. Die Deutsche stürzte und wurde von einer zweiten Kuh überrannt. Der Rettungshubschrauber RK1 flog die Schwerverletzte ins Krankenhaus Spittal.
Weitere Vorfälle
Erst Anfang Juni wurden, wie berichtet, ein Deutscher am Kornock auf der Turrach und eine Osttirolerin (47) in Außervillgraten auf Almen von Rindern verletzt. Auch in diesen Fällen waren Hunde Auslöser für die Kuhattacken. "Die Schadensersatzforderungen Verletzter können in Millionen-Höhe steigen, wenn beispielsweise ein Familienvater dermaßen zu Schaden kommt, dass er arbeitsunfähig ist", gibt Agrarlandesrat Josef Martinz zu bedenken. Er hat eine Rechtschutz- und Haftpflichtversicherung für die Mitglieder des Almwirtschaftsvereines über das Land abgeschlossen, damit die Kosten der Landwirte abgedeckt sind. "Außerdem werden nun vermehrt Warntafeln aufgestellt, die der Almwirtschaftsverein entworfen hat", berichtet Martinz. Diese sollen Wanderer warnen, denn gerade Muttertiere schützen ihre Jungen und können, wenn sie sich von Wanderern bedroht fühlen, angreifen. Vor allem für Almgeher mit Hunden gelte besondere Vorsicht.








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