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Zuletzt aktualisiert: 03.07.2009 um 21:17 UhrKommentare

Handymast erhitzt Gemüter in Stall

Bürgermeister Ebner verweigerte Annahme von 320 Unterschriften gegen Inbetriebnahme des Handymastens, der "überfallsartig" errichtet wurde.

Erstmals gab es im Sitzungssaal der Gemeinde Stall so viele Zuhörer bei einer Gemeinderatsitzung. Für Empörung sorgte ein still und leise aufgestellter Handymast im Dorf

Foto © LiebhartErstmals gab es im Sitzungssaal der Gemeinde Stall so viele Zuhörer bei einer Gemeinderatsitzung. Für Empörung sorgte ein still und leise aufgestellter Handymast im Dorf

Ein übervoller Gemeindesaal zeugte vom Interesse der Bürger an der am vergangenen Samstag stattgefundenen Gemeinderatssitzung in Stall im Mölltal. Viele von ihnen erfuhren erst aus der Kleinen Zeitung, dass in ihrem Dorf ein Handymasten heimlich, still und leise aufgestellt wurde, was den "Volkszorn" schürte.

Dringlichkeitsantrag. Zu Sitzungsbeginn brachte Doris Pirker (BZÖ) einen Dringlichkeitsantrag gegen die Inbetriebnahme des Handymastens ein. Bürgermeister Peter Ebner (SPÖ) nahm ihn nicht an: "Das fällt nicht in meine Kompetenz, das ist Bundesangelegenheit. Ich biete an, ein Schriftstück zu verfassen und es samt den 320 gesammelten Unterschriften an das Ministerium, die Mobilkom und die Landesregierung zu senden. Außerdem strahlt ein Fernseher im Wohnzimmer 140 Mal stärker, als solch ein Mast!" Er ließ auch wissen, dass er - sollte er sich gegen den Handymasten stellen - Amtsmissbrauch begehen würde und das mache er nicht.

Erboste Menschen. Die Bewohner von Stall sind ob der Vorgangsweise ihres Gemeindechefs, der seit Oktober 2008 von der Errichtung Kenntnis hatte und niemanden darüber informierte, sehr erbost. "Wir fühlen uns verraten und verkauft. Kleinste Bauvorhaben von uns müssen abgehandelt werden. Wo bleibt beim Handymast der Umwelt- und Naturschutz? In diesem Bereich lagern auch ,Leichen' wie Altreifen, Wracks und mehr", sagt Karl Pussnig, dessen Haus nahe beim Mast steht.

Resolution unterschrieben. Massive Bedenken äußerst Schuldirektor Gerhard Unterkofler: "Auch wir haben nichts gewusst. Wir Lehrer haben alle die Resolution unterschrieben. Da das Schulgebäude frontal der Strahlung ausgesetzt ist, machen wir uns große Sorgen um unsere Kinder. In Obervellach wurde die Volksschule gegen Strahlung abgeschirmt, was ist nun bei uns?" Die direkten Anrainer - Hermann und Ottilie Reichhold sowie Werner und Elfriede Suntinger - reichten gegen die Errichtung dieses Handymasten bei Gemeinde und der Kärntner Landesregierung Berufung ein.

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