"See walk" ist ein Wackelkandidat
Workshop zu "Promenaden und Logenplätze" in Millstatt. Eines ist klar: Förderung wird es nur für "See walk" oder andere Highlights geben.
Ein eindeutiges Bekenntnis aller im Gemeinderat vertretenen Parteien gibt es zur Verbesserung und geplanten Neugestaltung der Promenaden in Millstatt. Nicht einverstanden ist allerdings ein Großteil der Gemeinderäte - nur die ÖVP mit Bürgermeister Josef Pleikner ist noch für den "See walk" - mit dem geplanten 150 Meter langen Promenaden-Kunstbau vom Stift Millstatt in den Millstätter See hinein. Die Idee dazu stammt von Maria Wilhelm, Geschäftsführerin der Millstätter See Tourismus GmbH (MTG), die mit dem Leaderprojekt "Promenaden und Logenplätze" der Region Millstätter See neue Gästeschichten erschließen möchte (die Kleine Zeitung berichtete am 25. Jänner).
Workshop für Promenaden
Nachdem sich seit Sommer vergangenen Jahres und nach zahlreichen Protesten aus der Bevölkerung in Sachen "See walk" kaum Nennenswertes getan hat, wurde für gestern von Maria Wilhelm ein Workshop einberufen. Wie die Kleine Zeitung berichtete, sprach sich bereits im Vorfeld ein Großteil der Gemeinderäte gegen "monströse Kunstbauten" im See aus. Einzig Bürgermeister Pleikner (ÖVP) tendierte noch zu dem ursprünglichen Projekt.
Vizebürgermeister Florian Maier (FPK): "Unserer Meinung nach ist das eine falsche Entwicklung, die von Tourismusexperten und Kärnten Werbung da eingeschlagen wird. Was bringen fragwürdige und teure Inszenierungen wie der "See walk", wenn die bestehenden Promenaden und Strandbäder aus dem letzten Loch pfeifen? Allein die Sanierung des kurzen Teilbereiches der Promenade beim Kap 4613 würde 400.000 Euro kosten. Geld, das wir derzeit leider nicht haben."
"Sofortiger Planungsstopp"
Vorzeitig verlassen hat gestern den Workshop Gemeinderat Josef Hofer (NHK). "Der Bürgermeister war nicht einmal selber dabei. Die ÖVP will die Meinung der anderen nicht zur Kenntnis nehmen und das Projekt durchpeitschen. Ich fordere einen sofortigen Planungsstopp, das Thema muss in den Gemeinderat", so Hofer. Konkretisiert wurde im Workshop, dass Förderungen seitens der EU und des Bundes nur für das Leaderprojekt fließen würden und dieses beinhaltet eben auch den "See walk".
Michael Printschler (LIM): "Man ist von der starren Haltung abgegangen. Der ,See walk' ist eine Vision, es kann aber auch etwas anderes entstehen. Das Problem besteht allerdings darin, wie die Gemeinde den Projektanteil von einer Million Euro Eigenmittel aufbringen soll."
Revitalisierung hat Vorrang
Vizebürgermeister Maier: "Wir werden dieses Projekt nur dann weiterhin unterstützen, wenn die dafür bereitstehenden Geldmittel in erster Linie für die Revitalisierung des Bestandes verwendet werden. Eventuelle Überschüsse könnten dann für neue Inszenierungen verwendet werden, sofern sie den Naturschutzrichtlinien des Landes entsprechen."
Gemeinderätin Eva Sichrovsky (ÖVP), die Bürgermeister Pleikner gestern im Workshop vertrat, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, sie befand sich im Urlaub.









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